BibliotheksLeitungsTag25/26
Bibliotheken und KI - perfekte Partner für morgen

Aufzeichnungen

Die Videoaufzeichnungen des Bibliotheksleitungstag 25/26

Hier finden Sie die Videoaufzeichnungen aller Vorträge des Bibliotheksleitungstag 25/26. Klicken Sie zum Starten des Videos einfach auf das "Play"-Symbol im Bild. 

Ihr Feedback ist uns wichtig! Auch wenn Sie angemeldet waren, aber nicht teilnehmen konnten, freuen wir uns über ein kurzes Feedback zu Anmeldeprozess, Organisation sowie Kommunikation unter folgendem Link.


Bibliotheksleitungstag 25/26 - Tag 1 - 27.01.2026


Loslassen ist das neue Anpacken! – Mit Mut und Neugier in die Zukunft der Bibliotheken

Referentin:
Nicola Fritze

 

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Bibliotheken erleben gerade, wie KI neue Möglichkeiten eröffnet und zugleich Unsicherheit, Ängste und innere Widerstände weckt. Wie schaffen wir es, Chancen wie Arbeitserleichterungen oder neue Rollen mutig zu nutzen, statt uns von Ängsten bremsen zu lassen. Wenn wir positive Erfahrungen außerhalb unserer Komfortzone machen, wecken wir unser Zutrauen und unsere Gestaltungskraft.

Dieser Vortrag macht Mut, sich den Veränderungen aktiv zu stellen. Er zeigt Strategien, wie Bibliotheken ihre Umsetzungskompetenz stärken, Blockaden überwinden und auch ihre besonderen Stärken sichtbar machen können. Mit Humor und Selbstreflexion werden wir eingeladen, loszulassen, um Neues anpacken zu können.


Wie KI gerade die Bibliothekswelt verändert

Referent*innen:
Stephan Holländer, Dr. Conrad Hübler und Dr. Julia Meyer

 

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Vortrag 1:
Wie steht es mit KI? Klar, machen wir! - Verantwortungsvolle Bibliotheken in einer digitalen Gesellschaft, Stephan Holländer

Öffentliche Bibliotheken sind wichtige Zentren für den Zugang und die Vermittlung von Information. Mit dieser Präsentation soll nicht nur Perspektiven aufgezeigt werden, wie KI in der Bibliothek eingesetzt werden kann, sondern auch wie beispielsweise KI-Kenntnisse an ausgewählte Zielgruppen vermittelt werden kann. Es werden einige Anwendungen vorgestellt, die den Mitarbeitenden und den Nutzenden die Vorteile bei der Anwendung von KI bringen, da sie Erleichterungen bei Routinearbeiten und bessere Suchmöglichkeiten für Mitarbeiter und Kunden der Bibliothek bringt. Auch werden ethische und rechtliche Fragen bei der Verwendung von KI-Technologien in Bibliotheken angesprochen. Zentrale Botschaft der Präsentation ist, dass die Einführung von KI, -Technologie nicht zu einer Ersetzung von Mitarbeitenden führt, sondern sie macht ihre Tätigkeiten vielfältiger, kann von Routinearbeiten entlasten, neue Aufgaben erleichtern und so die strategischen Ziele der Bibliothek vielseitiger machen.

Vortrag 2:
ALIMA – LLM unterstützte Sacherschließung und KI-Multiplikatorenprogramm für Bibliotheken, Dr. Julia Meyer & Dr. Conrad Hübler

Die Universitätsbibliothek Freiberg zeigt, wie Künstliche Intelligenz Bibliotheken nicht nur bei der Sacherschließung, sondern auch in der Prozessanalyse und -entwicklung stärkt. Conrad Hübler stellt zunächst das Open-Source-Werkzeug ALIMA vor – eine mehrstufige Pipeline, die Large-Language-Models nutzt, um automatisch GND-konforme Schlagwörter und Klassifikatoren (RVK, DK) zu generieren. 

Daran anknüpfend präsentiert Julia Meyer das mit dem Sächsischen Bibliothekspreis 2025 ausgezeichnete Multiplikatoren-Programm der Universitätsbibliothek Freiberg. Das nachnutzbare KI-Train-the-Trainer-Konzept befähigt Bibliothekare und Bibliothekarinnen, Prozessoptimierung ihrer eigenen Arbeitsabläufe mithilfe von Large-Language-Models zu designen. In einer praxisorientierten KI-Werkstatt können die Teilnehmenden ihre KI-Kompetenzen stufenweise aufbauen. Sämtliche Lehrmaterialien werden als OER zur Verfügung gestellt. Zudem soll ein Netzwerk für den kontinuierlichen Erfahrungsaustausch aufgebaut werden.


KI zum Anfassen: Was Öffentliche Bibliotheken heute schon möglich machen

Referent*innen:
Dana Wingensiefen-Wosel, Sebastian Yun Christmann und Lina Pohla

 

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Vortrag 1:
KI in Bibliotheken braucht Initiative (StB Düsseldorf), Dana Wingensiefen-Wosel

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Viele Städte haben noch keine eigene Strategie für Künstliche Intelligenz und trotzdem wenden sich die Kund*innen mit ihren Fragen an die Institution ihres Vertrauens - ihre Bibliothek. Warum das Chance und Herausforderung zugleich ist, welchen Weg Düsseldorf gewählt hat und warum es so wichtig ist sich zu engagieren, erkläre ich in meinem Vortrag.

Vortrag 2:
Vermittlung von KI-Informationskompetenz bei der Stadtbibliothek Ulm, Sebastian Yun Christmann

Die Stadtbibliothek Ulm führt seit September 2025 Schulworkshops zum Thema Umgang mit künstlicher Intelligenz durch. In diesem Vortrag präsentiere ich Ihnen unser didaktisches Konzept, teile unsere ersten Erfahrungen und erläutere, wie Sie ein ähnliches Angebot in Ihrer Bibliothek aufbauen können. Soviel vorweg: Sie können in Ihrer Bibliothek Workshops zum Thema KI durchführen.

Vortrag 3:
Niederschwellige KI-Angebote in der Stadtbibliothek Köln, Lina Pohla

Die Stadtbibliothek Köln lädt ein zu Kaffee, Kuchen und KI! Das maximal niederschwellige Veranstaltungsformat zur KI-Vermittlung ist in wirklich jeder Bibliothek umsetzbar und initiiert fast von allein Diskussion und Reflexion über KI und Erfahrungsaustausch von Menschen mit diversen Vorerfahrungen.


Fakes entlarven, KI verstehen: Eine (neue) Kernkompetenz der Bibliothek

Referent*innen: 
Kevin Schumacher, Patrick Labourdette und Simon Rüdisser

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Vortrag 1:
Stranger Facts – und was danach kommt: Wie eine Bibliothek zum Experimentierlabor gegen Desinformation wird, Patrick Labourdette und Simon Rüdisser

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„Stranger Facts“ zeigt, wie die Vorarlberger Landesbibliothek Jugendliche mit spielerischen, interaktiven Methoden für Fake News sensibilisiert – vom Peer-to-Peer-Konzept bis zur digitalen Schnitzeljagd mit KI-gestützten Inhalten. Doch das Projekt ist erst der Anfang.

Im gleichen Spirit des Experimentierens entwickeln wir die Vermittlungsarbeit konsequent weiter: KI-Tools beschleunigen unsere Konzeptarbeit, Suno macht Lerninhalte musikalisch erfahrbar, und erste virtuelle Bibliotheks-Personas begleiten Nutzende bereits durch Rechercheprozesse und regen zum kritischen Denken an. So entsteht Schritt für Schritt ein agiles Lernökosystem, in dem Bibliotheken neue Rollen testen und Bildungsformate neu denken können.

Der Vortrag gibt Einblick in dieses Projekt – und zeigt vor allem, wie „Stranger Facts“ den Weg für eine zukunftsorientierte, mutige und experimentelle Bibliothekspraxis ebnet.

Vortrag 2:
Jenseits des Hypes – Kritische KI-Kompetenzvermittlung als Bibliotheksauftrag, Kevin Schumacher

Der Bibliotheksleitungstag 2026 steht unter dem Motto 'Bibliotheken und KI - perfekte Partner für morgen'. An dieser Vision wird schon heute gearbeitet: KI-gestützte Kataloge, Chatbot-Services und umfassende Schulungsangebote prägen zunehmend die Bibliothekslandschaft. Diese Angebote werden häufig mit Attributen wie ’innovativ’, ’reflektiert’ oder ’verantwortungsbewusst’ versehen. Doch was bedeutet das konkret? Werden in der Praxis die ethischen, gesellschaftlichen und ökologischen Dimensionen tatsächlich ausreichend berücksichtigt? Und lassen sich diese Aspekte überhaupt mit den Werten vereinbaren, für die Bibliotheken stehen?

Diesen Fragen spüre ich in meinem Vortrag nach.Ich argumentiere, dass Bibliotheken – wissenschaftliche wie öffentliche – eine zentrale Rolle bei der Entwicklung kritischer KI-Kompetenzen einnehmen müssen. Dabei geht es darum, eine Auseinandersetzung mit den schon heute messbaren Effekten von generativer KI zu ermöglichen: von „AI-Slop" und der Verschmutzung unserer Informationssysteme über die unsichtbar gemachten Menschen hinter der KI und die ökologischen Kosten bis hin zu den Risiken für das kritische Denken.

Bibliotheken können so Aufklärungsarbeit leisten und Diskussionsräume eröffnen. Sie können Nutzer:innen darin stärken, Grenzen zu benennen und auch ein begründetes „Nein" zu formulieren, mit dem Anspruch, Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Informationskompetenz wird dabei zu einer sozialen Praxis, die den Menschen und seine Verantwortung für die Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt.

Der Vortrag plädiert dafür, Ängste ernst zu nehmen, epistemische Risiken offen zu benennen und kritische KI-Kompetenz als genuinen Bibliotheksauftrag zu verankern – orientiert an der Leitfrage: „What forms of technology are compatible with the kind of society we want to build?" (Winner 2020).


Innovation Corner - Wie OCLC und Partner Bibliotheken fit für die Zukunft machen

Referent*innen: 
Bénédict Rippberger, Claus Spies, Sebastian Schmid und Steffen Drayß

 

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Viele Bibliotheken orientieren sich gerade neu: KI-gestützte Service-Chatbots, RFID-basierte Selbstbedienung, „Open Library“-Konzepte, prüfen der Bibliothekssysteme,  moderne digitale Services wie Apps und vieles mehr stehen zur Diskussion. Bibliotheken prüfen, welche dieser Entwicklungen für sie sinnvoll sind und wie sie diese umsetzen können.

Diese Session bietet einen kompakten Überblick darüber, wie Bibliotheken auch in Zukunft modern, attraktiv und relevant bleiben können. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie Ihr Partner OCLC Sie dabei unterstützt, sich strategisch neu auszurichten und mit passenden Systemen und Services Ihre Ziele nachhaltig zu erreichen.


Warum Bibliotheken unersetzlich bleiben – trotz (und wegen) KI

Referent*innen: 
Dr. Jan Ullmann, Cordula Gladrow, Dr. Julia Meyer, Kevin Schumacher

 

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Künstliche Intelligenz verändert grundlegend, wie Informationen entstehen, gefunden und bewertet werden – und stellt damit auch neue Anforderungen an Orientierung, Vertrauen und Teilhabe. In dieser Podiumsdiskussion diskutieren wir, welche Stärken Bibliotheken im KI-Zeitalter besonders auszeichnen: als vertrauenswürdige Orte, mit Räumen, menschlicher Beratung und hoher Kompetenz in Recherche und Quellenbewertung.

Darauf aufbauend geht es um konkrete Perspektiven: Welche Angebote und Services sind sinnvoll? Welche Qualifizierungen braucht es? Und wie können Bibliotheken sich als Brückenbauer positionieren – auch für weniger technologie-affine Zielgruppen, insbesondere in Öffentlichen Bibliotheken?

Kurzweilig und sympathisch und informativ.


 


Bibliotheksleitungstag 25/26 - Tag 2 - 28.01.2026


20 Trends für 35: Warum vieles besser wird, als Sie glauben

Referent: 
Thomas Knüwer

 

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Deutschland 2025: Das ganze Land ist im Griff von Überangst, Dystopie ist die Grundeinstellung vieler Menschen. Wer sich jedoch mit Zahlen, Daten und Fakten beschäftigt, der erkennt was da ist und wird – optimistisch. Genauso ist des Thomas Knüwer und seinen Mitautoren Richard Gutjahr und Frank Horn beim Schreiben des Buchs "20 Trends für 35" ergangen.

Denn wer genauer hinsieht, der erkennt die Comeback-Chancen für Deutschland im kommenden Jahrzehnt. Er sieht, dass eine Separierung der Gesellschaft nötig ist, um wieder abzukühlen. Und er erkennt Ausweichbewegungen der genervten Menschen, die uns in Richtung einer Zukunft führen, die besser sein wird, als die meisten derzeit glauben. 

Was das mit Taylor Swift, Preußen Münster und einem Teller Nudeln in einem Düsseldorfer Supermarkt zu tun hat – hören Sie selbst.


Strategie statt Bastelprojekt - Wie positionieren sich wissenschaftliche Bibliotheken im KI-Zeitalter?

Referent*innen: 
Dr. Frank Seeliger, Dr. Steffen Wawra und Malte Dreyer

 

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Vortrag 1:
If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together"  was das Sprichwort afrikanischer Provenienz für technologische Herausforderungen bedeutet, Dr. Frank Seeliger

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Die mit dem terminus technicus "Künstliche Intelligenz"  umschriebene Technologie trieb große, drittmittel- und forschungsstarke Informationseinrichtungen schon vor dem annus mirabilis 2022 um. Neben der handvoll solcher Einrichtungen beschäftigen sich seit 2023 immer mehr Bibliotheken mit diesen KI-nahen technologischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf interne Prozesse oder kundennahe Dienstleistungen. An welchen Punkt sind wir seitdem gelandet und verlangt es ggf. an dieser Stelle eine orchestrierte, einrichtungs-, verbund- wie länderübergreifende Initiative, um einen vermeintlichen Gestaltungsauftrag zu erfüllen? Dieser Frage soll einführend und weniger abschließend nachgegangen werden.

Vortrag 2:
Künstliche Intelligenz in der Hochschullandschaft – Balance zwischen Innovation und Selbstbestimmung, Malte Dreyer

Podiumsdiskussion:
Zwischen Strategie und Experiment: Wie gehen Bibliotheken mit KI um?Dr. Frank Seeliger, Dr. Steffen Wawra und Malte Dreyer

Brauchen Bibliotheken KI-Strategien – oder zählt vor allem flexibles Ausprobieren? Dr. Frank Seeliger (TH Wildau), Dr. Steffen Wawra (Universität Passau) und Malte Dreyer (HU Berlin) diskutieren, wie Bibliotheken die schnelle und unvorhersehbare KI-Entwicklung aktiv gestalten können – und ob das im Alleingang gelingt oder nur durch Kooperation und gemeinsame Leitlinien.


Darf der das? Von Rechten, Pflichten und Kompetenzen rund um KI

Referent*innen: 
Fabian Rack, Dr. Benjamin Mitterrutzner, Linda Jessen und Manuela Floßmann

 

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Vortrag 1:
Aktuelle Rechtsfragen beim Einsatz von KI in Bibliotheken, Fabian Rack

Der Vortrag gibt einen Überblick zu den brandheißen Rechtsfragen rund um KI-Systeme in Bibliotheken. Das Urheberrecht wird im Fokus stehen, aber auch das Datenschutzrecht und die KI-Verordnung werden gestreift.

Vortrag 2:
KI-Kompetenz an Hochschulen: Neue Bildungsaufgaben in die Praxis bringen, Dr. Benjamin Mitterrutzner, Linda Jessen und Manuela Floßmann

KI-Tools werden von Studierenden zunehmend bei der Erstellung von Hausarbeiten eingesetzt, beginnend mit der Literatursuche bis zur Textüberarbeitung. Um die wissenschaftlich-ethische Korrektheit zu wahren, die Eigenständigkeit der Prüfungsleistung und vor allem auch den Kompetenzerwerb im studentischen Schreiben zu sichern, ist eine entsprechende Aufklärung und Befähigung der Studierenden im Umgang mit KI-Tools unverzichtbar. Dieser Notwendigkeit begegnet die UB der LMU mit Schulungsangeboten und Workshops des hauseigenen Schreibzentrums. Anhand dieser Bausteine soll ein Konzept dargestellt werden, mit dem eine umfassende Weiterbildung und Befähigung der Studierenden im kritischen Umgang mit KI-Tools gelingen kann.


Warum KI-Chatbots für Bibliotheken immer wichtiger werden – und was Nutzer wirklich davon haben

Referent*innen: 
Sebastian Schmid, Uwe Dierolf, Dr. Roland Poellinger und Werner Wieczorek


Gewinnspielauflösung

Gewinnspiel:
Laura Merlich & Dennis Wißmann

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Vortrag 1:
Wie der Zugriff auf Echtzeit-Daten KI-Chatbots noch leistungsfähiger macht, Uwe Dierolf

In vielen Bibliotheken sind in den letzten Jahren KI-Chatbots entstanden – einige als Service-Chatbots für Alltagsfragen (FAQs), andere als Unterstützung bei der Literaturrecherche. Viele dieser Systeme arbeiten jedoch vor allem mit statisch hinterlegten Informationen und setzen dabei häufig auf RAG, also ein auf semantischer Ähnlichkeit basierendes Retrieval-Verfahren.

Für viele reale Auskunftssituationen reicht eine solche statische lokale Wissensbasis jedoch nicht aus. Nutzer:innen möchten zunehmend Antworten, die sich auf aktuelle Gegebenheiten beziehen: Wann der nächste Bus kommt, was es heute in der Mensa gibt, welche Angebote die Stadt gerade bewirbt oder wo genau ein bestimmter Hörsaal liegt.

Um solche dynamischen, kontextabhängigen Informationen liefern zu können, müssen Chatbots auf Echtzeitdaten zugreifen. Genau hier kommen Tool Calls und das Model Context Protocol (MCP) ins Spiel. Beide ermöglichen es, dass Chatbots nicht nur auf hinterlegte Texte zurückgreifen, sondern aktiv externe Systeme abfragen können – etwa Fahrpläne, Raumpläne, Öffnungszeiten oder Veranstaltungsdaten.

Ein entscheidender Vorteil: Das Sprachmodell kann selbstständig erkennen, ob eine klassische RAG-Abfrage genügt oder ob es ein Tool aufrufen muss, das aktuelle Daten liefert. Dadurch werden Chatbots nicht nur präziser, sondern auch alltagsnäher – und damit deutlich hilfreicher für die Menschen, die Bibliotheken nutzen.

Vortrag 2:
So baut Bergheim aus KI-Recherche-Assistenz und Roboter ein neues Leitsystem, Werner Wieczorek und Sebastian Schmid

Wie kann Künstliche Intelligenz den Service in Bibliotheken spürbar verbessern und Nutzer*innen bei der Recherche gezielt unterstützen? Am Beispiel der Stadtbibliothek Bergheim zeigen wir, wie KI-gestützte Rechercheassistenz, digitale Avatare und Robotik bereits heute erfolgreich im Publikumsbereich eingesetzt werden. Der Vortrag gibt Einblicke in die Entwicklung von der ersten Idee über Workshops und Makeathons bis hin zur Integration eines mehrsprachigen, datenschutzkonformen KI-Suchassistenten in Katalog, Website und digitales Leitsystem. Anhand konkreter Praxisbeispiele – von interaktiver Katalogauskunft bis zur intuitiven Orientierung im Gebäude – wird deutlich, wie diese Lösungen nicht nur den Bibliotheksservice erweitern, sondern auch als strategische Vorbereitung für zukünftige Open-Library-Konzepte dienen können.

 


Wie Bibliotheken KI-kompetent werden: Vom internen Kompass bis zu gesetzlichen Vorgaben

Referent*innen: 
Prof. Dr.-Ing. David Zellhoefer, Elena Luz, Simon Kugler, Lena Gericke

 

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Vortrag 1:
Zum Jubiläum der KI-kompetenten Bibliothek: Rechtliche und praktische Auswirkungen des EU AI Acts, prof. Dr.-Ing. David Zellhoefer

Das Jahr 2026 wird Überraschungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) bieten. Kaum haben wir uns darauf eingestellt, dass der „Peak-KI-Hype“ doch schon erreicht ist, gibt es Grund zum Feiern: im Februar 2026 steht das einjährige Jubiläum an, seitdem KI nutzende Bibliotheken die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter*innen nachweisen müssen. Diese Anforderung ergibt sich direkt aus dem EU AI Act, der sogenannten "KI-Verordnung", welche auch weitere Transparenzanforderungen an Bibliotheken stellt.

Der Vortrag versucht die erfrischend interpretationsoffene KI-Verordnung einzuordnen und bietet einen Überblick, wie die geforderten KI-Kompetenzen - auch jenseits von LLM - erworben und nachgewiesen werden können. Hier profitieren gerade Bibliothekar*innen davon, bereits über wesentliche Kompetenzen zu verfügen, die sich in anderen Berufsfeldern so nicht finden. Im Rahmen des Vortrags werden dafür einige Eckpunkte für sinnvolle Schulungsansätze im bibliothekarischen Umfeld skizziert.

Vortrag 2:
Auf Kurs mit dem KI-Kompass: KI-Literacy intern stärken, Elena Luz. Simon Kugler und Lena Gericke

Ob bei der Recherche, beim Lesen oder bei der Informationsaufbereitung – Nutzer:innen setzen generative KI zunehmend in ihren Lern- und Arbeitsprozessen ein. Bibliotheksteams stehen daher vor der Frage, wie sie die nötigen KI-Kompetenzen aufbauen können, um Nutzende kompetent zu begleiten. Welche Informationen sind für die bibliothekarische Praxis relevant, und wie lassen sie sich verständlich vermitteln?

Die IKuKI-Gilde – eine agile, teamübergreifende Interessensgemeinschaft zu KI in Beratung und Vermittlung an der TIB Hannover – hat hierfür den KI-Kompass entwickelt, eine praxisnahe Orientierungshilfe für den Umgang mit generativer KI in der Informationsvermittlung. In unserem Vortrag berichten wir, wie der KI-Kompass entstanden ist und wie er aktuell zu einem OER-Lernangebot über TOERN ausgebaut wird.

Ergänzend stellen wir Best Practices vor, die im einrichtungsübergreifenden kollegialen Austausch entstanden sind und zeigen Wege zu einer effektiven KI-Kompetenzvermittlung in Bibliotheken auf.

Unser Vortrag richtet sich an alle, die sich mit generativer KI und Informationskompetenz beschäftigen und insbesondere an Kolleg:innen, die einrichtungsintern den Aufbau von KI-Kompetenzen fördern möchten.


Videoaufzeichnungen früherer Bibliotheksleitungstage

Zugang zu den Aufzeichnungen der letztjährigen Bibliotheksleitungstage finden Sie kompakt und übersichtlich unter folgendem Link:

Videoaufzeichnungen vergangener Bibliotheksleitungstage