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REALM-Projekt veröffentlicht Testergebnisse zum Nachweis des Coronavirus auf Materialien bei verschiedenen Temperaturen

Die Untersuchungen liefern wissenschaftlich fundierte Informationen, um den Kontakt zu Coronaviren in Archiven, Bibliotheken und Museen einzudämmen.

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DUBLIN, Ohio, 11. Februar 2021 – Das REALM-Projekt hat die Ergebnisse zweier wissenschaftlicher Testrunden veröffentlicht, mit denen ermittelt werden soll, wie lange das COVID-19-verursachende SARS-CoV-2-Virus bei kälteren und wärmeren Temperaturen als bei vorherigen Tests auf Materialien in Archiven, Bibliotheken und Museen verbleiben kann.

Für die beiden jüngsten Testrunden, Test 7 und 8, wurden die Materialien bei kälteren (1 bis 4 °C) sowie wärmeren Temperaturen (28 bis 29 °C) gelagert. In den Testrunden 1 bis 6 wurde die Zeit bis zur Abschwächung virulenter SARS-CoV-2-Viren auf bei Raumtemperatur (20 bis 24 °C) gelagerten Materialien gemessen.

Bei Test 7 und 8 wurden die Einbände eines gebundenen Buchs und eines Taschenbuchs, ein Kunststoff-Schutzumschlag sowie Polyethylen-Schaumstoff untersucht. Proben der jeweiligen Materialien wurden mit aktiven Viren beimpft und nach dem Trocknen in eine klimatisierte Kammer ohne Licht oder Luftzufuhr von außen gelegt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Abschwächung auf Materialien, die bei niedrigeren Temperaturen gelagert werden, deutlich langsamer erfolgt als bei höheren Temperaturen oder Raumtemperatur: Noch am zehnten Tag waren aktive Viren nachweisbar. Im Gegensatz dazu war das Virus bei höheren Temperaturen auf allen Materialien außer dem Plastikschutzumschlag am sechsten Tag nicht mehr nachweisbar. Damit erfolgte die Abschwächung hier etwas schneller als bei Raumtemperatur. (Siehe die Ergebnisse von Test 7 und 8.)

Diese Daten lassen darauf schließen, dass zusätzliche Überlegungen hinsichtlich Sammelboxen im Freien und der Lagerung in kühlerer Umgebung angestellt werden sollten. Institutionen, die Quarantänezeiten einhalten, müssen angesichts dieser Ergebnisse möglicherweise deren Beginn anpassen, nachdem ein Medium in eine kontrollierte Umgebung gebracht wird. Darüber hinaus legen die Daten nahe, dass eine Lagerung in wärmeren Bereichen, sofern möglich, die Quarantäne verkürzen kann.

Das Projekt zur Wiedereröffnung von Archiven, Bibliotheken und Museen (REALM) zielt darauf ab, wissenschaftliche Informationen zu generieren, um den Umgang mit den in Bibliotheken, Museen und Archiven am meisten vorhandenen Materialien zu unterstützen, wenn diese Einrichtungen ihren Betrieb wieder aufnehmen und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Im Rahmen dieser Forschung untersucht das REALM-Projekt, wie lange das SARS-CoV-2-Virus auf gängigen Materialien überleben kann und wie sich der Kontakt mit den Viren eindämmen lässt.

Das REALM-Projekt stellt zudem eine Sammlung der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zu SARS-CoV-2 zur Verfügung, die einen Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse zur Ausbreitung des Virus, zu seinem Überleben auf Materialien und Oberflächen sowie zur Wirksamkeit verschiedener Präventions- und Dekontaminationsmaßnahmen bietet. Der Forschungsbericht legt nahe, dass es immer deutlichere Hinweise darauf gibt, dass direkte Kontakte und Tröpfchen die primären Verbreitungswege darstellen und Aerosole ein Mitverursacher von Infektionen sein können.

Diese Erkenntnisse tragen zum wachsenden wissenschaftlichen Verständnis von SARS-CoV-2 bei. Dennoch ist immer noch nicht vollständig geklärt, wie viele Viren eine infizierte Person beim Husten, Niesen, Sprechen, Atmen usw. ausscheidet, welche Virusmenge erforderlich ist, um jemanden zu infizieren, und wie hoch das Risiko ist, sich indirekt über den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen und Oberflächen anzustecken.

Das Projekt unterstützt Archive, Bibliotheken und Museen zudem mit Toolkit-Ressourcen. So ist jetzt ein neuer Leitfaden verfügbar, in dem Empfehlungen der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zu Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zusammengefasst werden.

Das REALM-Projekt wird vom Institute of Museum and Library Services (IMLS), der Hauptfinanzierungsquelle des Landes für Museen und Bibliotheken, und OCLC, einer Non-Profit-Organisation für Bibliothekstechnologie und -forschung, in Partnerschaft mit Battelle, einer globalen gemeinnützigen, unabhängigen Forschungs- und Entwicklungsorganisation, unterstützt.

Projekt-Updates werden unter oc.lc/realm-project veröffentlicht, sobald sie verfügbar sind. Interessierte können sich auch über die Projekt-Webseite anmelden, um rechtzeitig neueste Informationen per E-Mail zu erhalten, sobald diese veröffentlicht werden.

Über das Institute of Museum and Library Services

Das Institute of Museum and Library Services ist die primäre Quelle bei Bundesmitteln für die Bibliotheken und Museen. Wir fördern, unterstützen und stärken die Museen, Bibliotheken und zugehörigen Organisationen in den USA mit Zuschüssen sowie Studien und Strategieentwicklung. Unsere Vision ist ein Land, in dem Museen und Bibliotheken gemeinsam zu einem besseren Leben und zu einem besseren Miteinander beitragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.imls.gov. Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter.


Über Battelle

Jeden Tag wenden die Mitarbeiter von Battelle Wissenschaft und Technologie an, um das zu lösen, was am wichtigsten ist. In großen Technologiezentren und nationalen Laboreinrichtungen betreibt Battelle weltweit Forschung und Entwicklung, entwickelt und fertigt Produkte und bietet relevante Dienstleistungen für Regierungs- und Geschäftskunden. Battelle hat seinen Hauptsitz in Columbus, Ohio und dient seit seiner Gründung im Jahr 1929 der nationalen Sicherheit, den Gesundheits- und Biowissenschaften sowie der Energie- und Umweltindustrie. Weitere Informationen finden Sie unter www.battelle.org .


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Kontakt

  • Bob Murphy

    OCLC

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