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REALM-Projekt veröffentlicht Ergebnisse der neuesten Tests auf das Coronavirus auf Leder

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DUBLIN, Ohio, 14. Oktober 2020 – Das REALM-Projekt hat die Ergebnisse der jüngsten wissenschaftlichen Testrunde veröffentlicht, mit der ermittelt werden soll, wie lange das COVID-19-verursachende SARS-CoV-2-Virus auf Material in Archiven, Bibliotheken und Museen verbleiben kann. Außerdem wurde eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse veröffentlicht, um solche Institutionen im Zuge der Wiedereröffnung für Besucher mit Informationen zu versorgen.

„Für diejenigen, die mit Sondersammlungen oder Vintage-Büchern und -Materialien arbeiten, könnten die Tests aus dieser Runde von besonderem Interesse sein“, erklärt Scott Carey, Chief Information Officer am IMLS und stellvertretender Direktor des Office of Digital and Information Strategy. „Bei der getesteten Probe handelte es sich um einen Buchumschlag aus antikem Leder. Es wurde also ein Szenario nachgeahmt, in dem die üblichen Reinigungsmethoden nicht angewandt werden können. Die Unterschiede dabei, wie lange das Virus auf Materialien verbleibt, unterstreichen die anhaltende Bedeutung einer guten Hygiene, der Befolgung der Anweisungen der örtlichen Gesundheitsämter und des Treffens sachkundiger, risikobasierter Entscheidungen.“

Neue Laborbefunde von Battelle zeigen, dass das infektiöse Virus sowohl auf Naturleder- als auch auf Kunstledergeweben acht Tage lang überlebte. (Siehe die Ergebnisse von Test 5.)

„Die Tests von Battelle stellen einen praxisnahen Ansatz dar, bei dem Substanzen wie synthetischer Speichel verwendet werden, um zu bestimmen, wie lange das SARS-CoV-2-Virus auf für Bibliotheken, Archive und Museen relevanten Materialien verbleibt“, sagt Will Richter, Principal Research Scientist bei Battelle und einer der Leiter der Forschungsarbeiten für das REALM-Projekt. „In der letzten Testrunde verwendeten wir einen ledernen Bucheinband aus den 1860er Jahren, der in einem Bibliothekssystem aufbewahrt wurde. Wir wählen immer wieder andere Testsituationen, um das vollständige Zerfallsprofil des Virus zu erfassen. Wir werden den jeweils aktuellen Stand der Wissenschaft bei der weiteren Prüfung dieser Materialien konsequent verfolgen.“

Im Rahmen des Projekts wurde auch eine bis Mitte August 2020 veröffentlichte Zusammenstellung der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zu SARS-CoV-2 zur Verfügung gestellt, die einen Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse zur Ausbreitung des Virus, zu seinem Überleben auf Materialien und Oberflächen sowie zur Wirksamkeit verschiedener Präventions- und Dekontaminationsmaßnahmen bietet. Der neue Forschungsbericht weist auf immer deutlicher werdende Nachweise dafür hin, dass direkte Kontakte und Tröpfchen die primären Verbreitungswege darstellen und Aerosole ein Mitverursacher von Infektionen sein können.

„Die Begutachtung veröffentlichter Forschungsarbeiten durch Experten ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Projekts“, erklärt Lorcan Dempsey, Vizepräsident von OCLC Membership and Research und Chief Strategist. „Diese Analyse liefert wichtige kontextuelle Hintergründe und zeigt, was wir über das Coronavirus wissen und auch, was wir noch nicht wissen. Diese Peer Reviews werden neben den Tests bezüglich der Persistenz des Virus auf den Materialien auch weiterhin eine Informationsquelle für Bibliotheken, Archive und Museen sein und ihnen bei der zuversichtlichen Planung der Rahmenbedingungen zum Schutz ihrer Mitarbeiter und Gemeinden helfen.“

In der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse wird auch die Tatsache betont, dass es noch einige kritische „bekannte Unbekannte“ über das COVID-19-Virus gibt, etwa die Frage, wie hoch die Menge an Virus sein muss, damit sich jemand infiziert, wie viel Virus eine infizierte Person ausscheidet und ob Menschen durch die Berührung von Gegenständen und Oberflächen infiziert werden. (Lesen Sie die Forschungszusammenfassung.)

Das Projekt zur Wiedereröffnung von Archiven, Bibliotheken und Museen (REALM)zielt darauf ab, wissenschaftliche Informationen zu generieren, um den Umgang mit den in Bibliotheken, Museen und Archiven am meisten vorhandenen Materialien zu unterstützen, wenn diese Einrichtungen ihren Betrieb wieder aufnehmen und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Projekt wird vom Institute of Museum and Library Services (IMLS), der Hauptfinanzierungsquelle des Landes für Museen und Bibliotheken, und OCLC, einer Non-Profit-Organisation für Bibliothekstechnologie und -forschung, in Partnerschaft mit Battelle, einer globalen wissenschaftlichen gemeinnützigen Forschungs- und Entwicklungsorganisation, unterstützt. 

Projekt-Updates werden unter oc.lc/realm-project veröffentlicht, sobald sie verfügbar sind. Interessierte können sich auch über die Projekt-Webseite anmelden, um rechtzeitig neueste Informationen per E-Mail zu erhalten, sobald diese veröffentlicht werden.

Über das Institute of Museum and Library Services

Das Institute of Museum and Library Services ist die primäre Quelle bei Bundesmitteln für die Bibliotheken und Museen. Wir fördern, unterstützen und stärken die Museen, Bibliotheken und zugehörigen Organisationen in den USA mit Zuschüssen sowie Studien und Strategieentwicklung. Unsere Vision ist ein Land, in dem Museen und Bibliotheken gemeinsam zu einem besseren Leben und zu einem besseren Miteinander beitragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.imls.gov. Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter.


Über Battelle

Jeden Tag wenden die Mitarbeiter von Battelle Wissenschaft und Technologie an, um das zu lösen, was am wichtigsten ist. In großen Technologiezentren und nationalen Laboreinrichtungen betreibt Battelle weltweit Forschung und Entwicklung, entwickelt und fertigt Produkte und bietet relevante Dienstleistungen für Regierungs- und Geschäftskunden. Battelle hat seinen Hauptsitz in Columbus, Ohio und dient seit seiner Gründung im Jahr 1929 der nationalen Sicherheit, den Gesundheits- und Biowissenschaften sowie der Energie- und Umweltindustrie. Weitere Informationen finden Sie unter www.battelle.org .


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