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Bericht von OCLC und PLA liefert Strategien für öffentliche Bibliotheken zur Reaktion auf die Opioidkrise

Auf Grundlage sektorübergreifender Fallstudienforschung wird zum Handeln aufgerufen

DUBLIN, Ohio, 26. Februar 2020 – Heute veröffentlichten OCLC und die Public Library Association (PLA) den Bericht Handlungsbedarf: Öffentliche Bibliotheken und die Opioidkrise, der bewährte Strategien für Bibliotheken im Umgang mit dem nationalen Gesundheitsnotstand auf lokaler Ebene vorschlägt.

Laut den Centers for Disease Control and Prevention sterben täglich 130 Menschen an einer Überdosis Opioide. Als respektierte lokale Institutionen sind öffentliche Bibliotheken in der Lage, Gemeindemitgliedern vertrauenswürdige, korrekte Informationen und Dienstleistungen in Bezug auf Medikamentenabhängigkeit zu empfehlen. Grundlage des Handlungsaufrufs sind Fallstudien in Zusammenarbeit mit acht öffentlichen Bibliotheken, die gemeinsam mit lokalen Partnern Gemeindemaßnahmen entwickelt und Gespräche zu staatlichen Behörden, Gesundheits- und Gemeindeorganisationen sowie wichtigen Persönlichkeiten aus dem Bibliotheksbereich aufgenommen haben.

Öffentlichen Bibliotheken werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Lokale Gesundheitsdaten evaluieren
  • Kommunale Partner finden
  • Mitarbeiter und Gemeindemitglieder über das Thema aufklären
  • Bedarf nach Personalbetreuung berücksichtigen
  • Programme und Dienste zur Unterstützung lokaler Anforderungen anbieten

Auch in Gemeinden, wo es nur wenige Fälle von Überdosierungen gibt, können Probleme im Zusammenhang mit Opioiden eine Herausforderung darstellen. Medikamentenmissbrauch betrifft nicht nur den Einzelnen, sondern auch Familien und Freunde, die möglicherweise auf der Suche nach hilfreichen Informationen und Materialien sind.

„Diese Epidemie betrifft Menschen jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht. Die Folgen für die öffentliche Gesundheit machen sich in jeder Gemeinde der USA bemerkbar“, sagte Skip Prichard, Präsident und CEO von OCLC. „Als angesehene Institutionen müssen Bibliotheken im Hinblick auf dieses Thema Pionierarbeit leisten und mit Menschen interagieren, die nach Antworten auf wichtige Fragen suchen. Wir glauben, dass die Ergebnisse dieser Studie und die im Bericht beschriebenen Strategien Erkenntnisse bieten, die jeder Bibliothek und jeder Gemeinde dabei helfen, auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen.“

Das von OCLC durchgeführte Projekt wurde durch einen National Leadership Grant in Höhe von 249.714 USD des Institute of Museum and Library Services (IMLS, Projektnummer LG-00-18-0298-18) unterstützt. Der Zuschuss ermöglicht öffentlichen Bibliotheken und ihren kommunalen Partnern das Sammeln und Teilen von Wissen und Material im Kampf gegen die Opioidkrise. Die zuvor veröffentlichten Fallstudien und der zusammenfassende Bericht behandeln Maßnahmen, die von Bibliotheken in Gemeinden mit 16.000 bis 800.000 Einwohnern bezüglich der Opioidkrise ergriffen werden. Zu den dokumentierten Aktivitäten und Programmen gehören Schulungen zur Verwendung von Naloxon, Zugang zu Peer-Navigatoren, Autorengespräche, Filmvorführungen und Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

„Durch diese Zusammenarbeit stärken die öffentlichen Bibliotheken unsere kommunalen Netzwerke und verbessern den Zugang zu relevantem Material, erhöhen das Bewusstsein und das Wissen der Gemeinde und retten im wahrsten Sinne des Wortes Leben“, sagte Ramiro Salazar, Präsident von PLA. „Diese Studie und der Bericht zum Handlungsbedarf liefern eine Vielzahl konkreter Beispiele, die sich in Gemeinden jeder Größe reproduzieren lassen.“

Das Projektteam führte acht forschungsbasierte Fallstudien durch, die die unterschiedlichen Bemühungen zur Bekämpfung von Opioid-Missbrauch in den USA beleuchteten und an denen die folgenden Bibliotheken und kommunalen Partner beteiligt waren:

  • Barrington Public Library; Barrington Adult Youth Team (BAY Team) (Rhode Island)
  • Blount County Public Library; Blount County Recovery Court (Tennessee)
  • Everett Public Library; Snohomish County Human Services (Washington)
  • Kalamazoo Public Library; Recovery Institute of Southwest Michigan (Michigan)
  • New Orleans Public Library; New Orleans Health Department (Louisiana)
  • Peoria Public Library; Human Service Center of Peoria (Illinois)
  • Salt Lake County Library; Utah Naloxone; R&R Partners (Utah)
  • Twinsburg Public Library; Summit County Community Partnership (Ohio)

PLA und OCLC werden den Bericht zum Handlungsbedarf diese Woche auf der nationalen Konferenz PLA 2020 in Nashville besprechen. Bei der Gesprächsrunde „Partner in der Opioidkrise: Bibliotheken stärken Gemeinden“ werden Vertreter der Blount County (Tennessee) Public Library anwesend sein. Sie findet am Donnerstag, 27, Februar, von 10:15 bis 11:15 h im Music City Center, Zimmer 205, statt. Vertreter der Presse sind zur Teilnahme eingeladen.

K.C. Williams, Direktor der Blount County Public Library, präsentiert außerdem „Recovery and the Library: An Opioid Epidemic Response“ um 16:00 Uhr am Mittwoch, 26. Februar, am OCLC-Stand Nr. 1022 auf der Konferenz.

Neben dem Handlungsaufruf, den Fallstudien und dem zusammenfassenden Bericht wurden auch eine Reihe von Webinaren angeboten, die als Aufzeichnung zur Verfügung stehen. Es gibt außerdem eine Facebook-Gruppe mit Inhalten und Materialien für Bibliotheksmitarbeiter in den ganzen USA.

Über das Institute of Museum and Library Services

Das Institute of Museum and Library Services ist die primäre Quelle bei Bundesmitteln für die Bibliotheken und Museen. Wir fördern, unterstützen und befähigen die Museen, Bibliotheken und zugehörigen Organisationen in den USA mit Zuschüssen sowie Studien und Strategieentwicklung. Unsere Vision ist ein Land, in dem Museen und Bibliotheken gemeinsam zu einem besseren Leben und zu einem besseren Miteinander beitragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.imls.gov. Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter.


Über die Public Library Association

Die Public Library Association (PLA) ist der größte Verband, der sich der Unterstützung der Mitarbeiter öffentlicher Bibliotheken verschrieben hat, um deren einzigartige und sich stets wandelnde Bedürfnisse zu erfüllen. Der Verband wurde 1944 gegründet und hat inzwischen fast 9.000 Mitglieder in den Bibliotheken großer und kleiner Kommunen in den USA und Kanada. Aber auch weltweit verzeichnet die PLA eine immer größer werdende Präsenz. Die PLA bietet Möglichkeiten für die Weiterbildung, einzigartige Initiativen für öffentliche Bibliotheken und eine Konferenz, auf der Mitarbeiter öffentlicher Bibliotheken wichtige Beziehungen knüpfen können. In Zusammenarbeit mit ihrer übergeordneten Organisation, der American Library Association, möchte die PLA ihren Mitgliedern dabei behilflich sein, die wichtige Institution öffentlicher Bibliotheken zu gestalten. Zu diesem Zweck bietet sich der Verband den Leiterinnen und Leitern öffentlicher Bibliotheken als wichtiger Verbündeter an.


Über OCLC

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  • Bob Murphy

    Manager, Media Relations

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Titelbild: Handlungsbedarf: Öffentliche Bibliotheken und die Opioidkrise
Handlungsbedarf: Öffentliche Bibliotheken und die Opioidkrise