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Hella Schwemer-MARTIENSSEN


Director Bücherhallen Hamburg

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Hella Schwemer-Martienßen - Copyright

Studium Germanistik, Politische Wissenschaften, Soziologie und Pädagogik an der Universität Hannover. Nach diversen Zwischenstationen, u.a. als Lehrerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover 1982  Laufbahnprüfung für den höheren Dienst an Bibliotheken. Zwischen 1983 und 1987  Fachreferentin (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Recht), Dezernentin (Katalogisierung, Benutzung, Verbund) und Stellvertreterin des Leiters an der Universitätsbibliothek in Lüneburg. Zwischen 1987 und 1994 Abteilungsleiterin für die zentralen Bibliotheksdienste und Cheflektorin an der Stadtbibliothek Bremen. Seit 1994 bei den  Bücherhallen Hamburg: erst als Leiterin der Bibliothekarischen Fachabteilung und Personalleiterin, seit Mai 1996 als Stiftungsvorstand und Direktorin. Diverse ehrenamtliche Engagements im Bibliotheksbereich und in der Kulturellen Bildung.

Wir sind da, wo die Menschen sind


Ein Ensemble vieler Talente ist die Stärke der Bücherhallen Hamburg

In Ihrem Vortrag zeigte Hella Schwemer-Martienßen eine Fülle von Maßnahmen und Aktionen, wie die Bücherhallen Hamburg dank vielfältiger Maßnahmen sowohl ehrenamtlichen Engagement als auch Ansprache der Bürger leistet.

Öffentliche Bibliotheken sind eine freiwillige Leistung ihrer Unterhaltsträger und stehen in Zeiten knapper öffentlicher Mittel stets im Wettbewerb mit anderen Organisationen der kulturellen Bildung. Als Filialbetriebe erfahren sie häufiger Budgetkürzungen, denn es bleibt ja etwas übrig. Das Image der Öffentlichen Bibliotheken ist oft viel hausbackener als ihre tatsächliche innovative Praxis: Man erinnert sich gern daran, als Kind eine begeisterte Leseratte gewesen zu sein.

Öffentliche Bibliotheken müssen permanent und deutlich Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen, Projekte präsentieren, mit Kampagnen Aufmerksamkeit erzielen, für sich und ihre Angebote offensiv und kreativ werben … Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sind wichtige Bausteine für die Performance eines zeitgemäßen und lebendigen Dienstleistungsportfolios. 

Zum Vortrag: Wir sind dort, wo die Menschen sind


Harald Pilzer


Leiter Stadtbibliothek Bielefeld

harald
Harald Pilzer - Copyright

Geboren 1953 in Konstanz am Bodensee, verheiratet, drei Kinder.

Schulzeit in Konstanz, anschließend Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Germanistik an der Universität Konstanz. 1978 Magister und Staatsexamen. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geschichte 1979/1980. Tätigkeit in der Erwachsenenbildung in Berlin 1980 – 1984, Studium der Pädagogik und Soziologie. 1984 bis 1986 Bibliotheksreferendariat an der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin. Fachprüfung für den Höheren Bibliotheksdienst 1986. Stadtbibliothek Bielefeld 1987/88. Leiter der Stadtbibliothek Wilmersdorf von Berlin 1988 bis 1993. Stellvertretender Direktor der Lippischen Landesbibliothek in Detmold 1993 bis 2001. Direktor der Stadtbibliothek Bielefeld seit 2001, seit 2006 auch Leiter des Amtes Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek.

Veröffentlichungen vornehmlich zur Bibliotheksgeschichte und zur Situation der Öffentlichen Bibliotheken. Seit 2012 Vorsitzender des Vereins der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen. 

‚Connecting People’?


Die Öffentliche Bibliothek zwischen Stadtreparatur, Informationsmanagement und Bürgerbeteiligung. Thesen zur kommunalen Bibliotheksarbeit.

‚Connecting People’ (1)?

Dieser Vortrag mußte leider krankheitsbedingt ausfallen.

Städtisches Leben und ‚social engineering’
Viele Städte in Europa erleben tiefgreifende Veränderungen ihrer stadträumlichen Gestalt und ihrer bislang für homogen und ausgeglichen gehaltenen Siedlungs- und Sozialstruktur. Prozesse der Deindustrialisierung  und der Verlagerung des Verkehrs haben innerstädtische Stadtbrachen entstehen lassen, die neu belebt werden müssen. Auf Tendenzen einer räumlich und sozial segregierten städtischen Gesellschaft wird mit Mitteln des „Social Engineering" reagiert, Prozesse des demographischen Wandels werden in der Kurzform des „älter, bunter, weniger“ beschrieben – die Stadtgesellschaft und die „Stadtpolitik“ (Hartmut Häußermann (2)) müssen sich darauf einstellen. Was hält (Stadt-) Gesellschaften zusammen und was treibt sie auseinander, ist eine aktuelle Frage. 
  
Und die Bibliotheken?
Wir sind es gewohnt, die Öffentlichen Bibliotheken in ihrem Bildungs- und Kulturauftrag zu denken. Sie jedoch in ihren sozialen Bezügen und in ihrer Positionierung in der Zivilgesellschaft neu zu denken, ist die aktuellere Herausforderung. In der Praxis bedeutet dies, Öffentliche Bibliotheken in ihrer kommunikativen Dimension als Treffpunkt und Versammlungsort zu denken. Denn in dem Umfang, in dem Ubiquität der digitalen Informationen steigt, erlebt die Öffentliche Bibliothek einen Bedeutungsverlust: die Exklusivität ihres Informationsgutes und ihrer Position geht verloren.

Das Konzept der ‚third places’
Das Konzept der ‚third places’ (Ray Oldenburg (3)) beschreibt, dass Menschen zunächst einmal und  in der Regel in ihrem  (Familien)Heim und an ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz sozial verortet sind.  Es kommen die für das soziale Leben wichtigen Orte wie Cafés, Buchläden, Biergärten, Coffee shops oder auch Friseure und Einzelhandel hinzu – sie alle können die Eigenschaften von „third places“ gewinnen: sie sind öffentlich, leicht erreichbar und erschwinglich oder kostenlos.

Bibliotheken als ‚third places’? 
Bibliotheken und  ‚community building’ Städte brauchen ‚Gemeinschaftsterritorien’ (Richard Sennett (4)). Können Öffentliche Bibliotheken solche Gemeinschaftsterritorien sein? Können Öffentliche Bibliotheken angesichts desintegrativer Prozesse einen Beitrag zum ‚community building’ leisten? Haben Öffentliche Bibliotheken über ihren Informations-, Bildungs- und Kulturauftrag hinaus einen sozialen und gesellschaftlichen Auftrag? Muss der Begriff einer „sozialen Bibliotheksarbeit“ neu ausbuchstabiert werden?

(1) Werbeslogan des finnischen Mobiltelefonherstellers NOKIA seit ca. 1992.  
(2) Hartmut Häußermann, Dieter Läpple, Walter Siebel: Stadtpolitik. Frankfurt am Main, 2008
(3) Ray Oldenburg: The great good place. Cafés, coffee shops, bookstores, bars, hair salons, and other hangouts at the heart of a community. Cambridge, MA, 1999
(4) Richard Sennett: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Frankfurt, 1986


Norbert Weinberger


Geschäftsführer OCLC Deutschland

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Norbert Weinberger - Copyright

Norbert Weinberger, Jahrgang 1957, beschäftigt sich seit fast 3 Jahrzehnten mit der IT-Automatisierung von Bibliotheken und leitet als Geschäftsführer seit 2005 die deutsche Gesellschaft von OCLC. Daneben ist er innerhalb von OCLC als Portfolio Director im Global Product Management für die Entwicklung der Management Systeme von OCLC zuständig.

Sichtbarkeit im Internet


Bibliotheken digital vernetzen

In seinem Vortrag zeigte Norbert Weinberger anhand von verschiedenen Beispielen die technischen Facetten der Sichtbarkeit von Bibliotheken und die Vorteile, die sich daraus ergeben.

Das Internet kann genauso wie Bibliotheken attraktive Informations- und Medienangebote liefern – allerdings oft nur einen Mausklick entfernt. Google, Wikipedia und andere Internetdienste bieten allesamt bequemen Zugang zu einer größeren Fülle von Ressourcen und Informationen, als sie eine einzelne Institution jemals bereitstellen könnte.

Welche Rolle spielen die Bibliotheken gegenwärtig im Vergleich zu solchen populären Informations- und Medienangeboten? Wie können sie zu einem bevorzugten Angebot der Nutzer werden? Bibliotheken können und müssen Services anbieten, durch die sie mit den Global Playern des Internet an Attraktivität gleichziehen können. Gelingt dies, dann erleben die Benutzer die Ressourcen und Dienstleistungen der Bibliotheken völlig neu. Es gilt, Nutzer durch das Internet zu gewinnen statt sie zu verlieren.

Die Bedürfnisse und Herausforderungen von Bibliotheken im digitalen Zeitalter sind:

  • Neue aktuelle Online-Angebote bieten, auf die ihre Nutzer einfach zugreifen können.
  • Effizient Online-Informationen per Knopfdruck erzeugen
  • Attraktive Präsentation des Medienangebotes im Internet bieten - genau wie in der physischen Bibliothek
  • Leichte Auffindbarkeit der Medien ermöglichen
  • Vernetzung und Dialog mit den Bibliotheksnutzern und anderen Institutionen schaffen

All dies sind einzelne Bausteine einer steten Veränderung, die die Arbeit in Bibliotheken wahrscheinlich auch zukünftig als einen Prozess der Weiterentwicklung definieren wird. Norbert Weinberger machte diese technischen Hintergründe mit seinem Vortrag und im gemeinsamen Dialog sichtbar und erlebbar.


Benita von Behr


Verlagsleiterin Bundesverband Deutscher Stiftungen

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Benita von Behr - Copyright

Benita von Behr ist seit 2008 Chefredakteurin des Magazins StiftungsWelt und leitet den Verlag des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Berlin. Nach ihrem Studium der Religions- und Kulturwissenschaft in Tübingen und Philadelphia (USA) arbeite sie als Lektoratsassistentin beim Verlag Walter de Gruyter. Nebenher studierte sie Öffentlichkeitsarbeit in Nonprofit-Organisationen an der Evangelischen Medienakademie (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik), bevor sie 2005 zum Bundesverband Deutscher Stiftungen kam.

Seht her! Interesse der Förderer gewinnen


Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Stiftungen

In ihrem Vortrag gab Benita von Behr konkrete Hilfestellungen zu diesen Fragen:

Wie finde und gewinne ich zu meiner Idee passende Stiftungen? Wie gehe ich bei der Recherche und Kontaktaufnahme am besten vor? Was ist überhaupt eine Stiftung, und wie viele gibt es davon in Deutschland? Was für Projekte finden Stiftungen interessant? Wie kann ich mich am besten im Stiftungssektor vernetzen und nützliche Kontakte knüpfen? Wie kann die Zusammenarbeit von Stiftungen und Bibliotheken gelingen und zur Erfolgsstory werden?
Antworten auf diese Fragen und eine Checkliste zur Arbeit mit Stiftungen bot Benita von Behr den Teilnehmern. Neben einer kleinen Einführung in die deutsche Stiftungslandschaft informierte die Referentin zu Recherche- und Vernetzungsmöglichkeiten im Stiftungswesen und stellte Praxisbeispiele von Stiftungen und Initiativen im Bereich Bildung und Leseförderung vor.


Barbara Lison


Direktorin der Stadtbibliothek Bremen

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Barbara Lison - Copyright

In den letzten 20 Jahren meiner Karriere war ich als Direktorin der Stadtbibliothek Bremen in einem großstädtischen Bibliothekssystem mit über 3,5 Millionen Entleihungen und über 1,2 Millionen Besuchen tätig. Davor leitete ich 5 Jahre die Stadtbibliothek Oldenburg. Mein Berufseinstieg in die Welt der Bibliotheken begann 1987, als ich die Leiterin der Bibliothek und des Informationszentrums der Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund war.

Ich habe das Bibliotheksreferendariat absolviert und besitze einen Universitätsabschluss in Slawistik und Geschichte. Direkt nach meinem Studium arbeitete ich auch als Lehrerin an Schulen in Düsseldorf, wo ich auch mein Assessorexamen für den Lehrberuf machte.

Meine heutigen Arbeitsschwerpunkte neben der Leitung der Stadtbibliothek Bremen liegen in meinem bibliothekspolitischen Engagement  auf nationaler und auch auf internationaler Ebene. Von 1997 bis 2001 und von 2005 bis 2009 war ich Mitglied des Vorstands von EBLIDA, des Dachverbandes der europäischen nationalen Bibliotheksverbände, wo ich von 2006 bis 2009 als Vize-Präsidentin fungierte.

Von 2011 bis 2013 bin ich weltweit gewähltes Mitglied des IFLA-Governing Boards, des Vorstandes für die Weltorganisation der Bibliotheken.

Von 2006 bis 2010 war ich Präsidentin der nationalen Dachorganisation der deutschen Bibliotheken und Informationseinrichtungen (BID). Zwischen 2004 und 2006 und ab 2010 bin ich Mitglied des Vorstands des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV).

Ich arbeite gelegentlich auch als Expertin für das Goethe-Institut im Ausland und halte Seminare, Workshops und Vorträge zu vielen Themen. Der Hauptakzent liegt auch hier auf dem Bibliotheksmanagement und der Bibliothekspolitik.

Wie sehen die Nichtnutzer uns Bibliotheken?


Ergebnisse und Potenziale aus der Nichtnutzungsstudie des Deutschen Bibliotheksverbandes

In diesem Vortrag präsentierte Barbara Lison eine Zusammenfassung der Ergebnisse der aktuellen "Nichtnutzungstudie": Zwei Drittel der Deutschen ab 14 Jahren sind entweder aktuell Nutzer einer Bibliothek oder haben früher schon einmal eine Bibliothek benutzt.

Die Hauptergebnis dieser bundesweiten repräsentativen Befragung von 1.300 Personen zwischen 14 und 75 Jahren, die vom Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und dem Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen mit Förderung vom Bundesbeauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien durchgeführt wurden liefern eine Reihe von Handlungsansätzen. Diese Studie, auch als „Nichtnutzungsstudie“ apostrophiert, untersuchte bei Jugendlichen und Erwachsenen die Motivationen und vor allem auch die Nicht-Motivationen für die Bibliotheksnutzung. Erstmals wurde darin untersucht, aus welchem Grund viele Jugendliche und Erwachsene keine öffentliche Stadt- oder Gemeindebibliothek (mehr) nutzen; und es werden Möglichkeiten präsentiert, vor allem die ehemaligen Nutzer wiederzugewinnen. Die Nicht- bzw. Nicht-Mehr-Nutzer wünschen sich in erster Linie erweiterte Öffnungszeiten, ansprechendere Räumlichkeiten und ein interessanteres Veranstaltungs- und Medienangebot. Am eindrücklichsten ist jedoch, dass sich der frühe Bibliotheksbesuch und das positive Vorbild der Eltern langfristig auszahlt: 62 Prozent der heutigen Bibliothekskunden haben in ihrer Kindheit mit ihren Eltern eine Bibliothek besucht, bei den Nicht- oder Nicht-Mehr-Nutzern sind dies nur 42 Prozent.

Die Studie zeigt auch, dass die Öffentlichen Stadt- und Gemeindebibliotheken im digitalen Zeitalter weiter attraktiv sind: Mit 29 Prozent der über 14-Jährigen nutzen heute trotz digitalen Medienwandels ebenso viele Menschen die Angebote öffentlicher Bibliotheken wie bei der ersten bundesweiten Nutzerstudie 1996. Gleichzeitig macht die aktuelle Studie deutlich, dass in den digitalen Angeboten ein großes Potenzial für die Bibliotheken liegt, weitere Besucher zu gewinnen. Über die Neuen digitalen Medien lassen sich offenbar insbesondere jüngere Menschen noch leichter in die Bibliothek holen. Allerdings sind dafür noch erhebliche Neuinvestitionen und deutliche Erhöhungen der Medienetats notwendig. Derzeit bietet lediglich jede fünfte hauptamtlich geleitete öffentliche Bibliothek eine Online-Ausleihe von E-Books, Hörbüchern und anderen digitalen Medien an.

Eine weitere große Chance, Bibliotheksbesucher (zurück-)zugewinnen liegt auch in längeren Öffnungszeiten am Abend und in der Sonntagsöffnung, was eine Bundesratsinitiative zur bundesweiten Sonntagsöffnung von Bibliotheken unterstützt. Auch besser ausgeleuchtete Räumlichkeiten, die in hellen Farben gehalten sein sollen und ein angenehmes Ambiente präsentieren, sind Maßnahmen zur Gewinnung von Neukunden oder auch zur Kundenbindung. Interessantere Veranstaltungs- und Medienangebote insgesamt machen vor allem die Attraktivität der Bibliothek aus, sind aber relativ wenig bekannt.

Die Studie zeigt auch: Wer in der Kindheit eine Bibliothek besucht hat, bleibt auch in seinem späteren Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Bibliotheksnutzer. Die Konsequenz daraus ist, dass Kindern der Bibliotheksbesuch schon früh als selbstverständliche Aktivität vorgelebt wird. Daraus ergeben sich gesellschafts- und kulturpolitische Forderungen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse empfiehlt der Deutsche Bibliotheksverband daher, verbindliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Bibliotheken und Schulen abzuschließen und die Kindergärten mit einzubeziehen. So soll die Chance eröffnet werden, dass auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erreicht werden, für die ein Bibliotheksbesuch nicht zum Alltag gehört und die sonst langfristig in dem einen Bevölkerungsdrittel ohne jegliche Bibliothekserfahrung verharren würden. Hier kann auch erreicht werden, dass Eltern vermehrt mit niedrigschwelligen Angeboten sensibilisiert und aktiviert werden, die sie in die Bibliothek führen und mit den speziell für ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Bibliotheksangeboten in Kontakt bringen.


Christian Hasiewicz


Vertriebsleiter Öffentliche Bibliotheken OCLC Deutschland

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Christian Hasiewicz - Copyright

Christian Hasiewicz, Jahrgang 1972, ist Diplom-Bibliothekar und leitet seit 2011 den Vertrieb für Öffentliche Bibliotheken von OCLC. Davor war er vier Jahre bei der DiViBib GmbH in Wiesbaden als Bibliothekarischer Direktor für die Markteinführung der Onleihe als dem ersten digitalen Ausleihservice für Bibliotheken verantwortlich. Außerdem verfügt er über strategisches und projektbezogenes Know-how aus seiner Tätigkeit als Projektleiter für die Bertelsmann Stiftung, das er mit seinem bibliothekarischen Wissen über Prozesse und Rahmenbedingungen einer zukunftsorientierten Bibliotheksarbeit verbindet.

Was sehen Sie?


Überlegungen zu einer übergreifenden Imagekommunikation der Arbeitsgruppe „für mehr Sichtbarkeit“

In seinem Vortrag berichtete Christian Hasiewicz vom Erfolg des amerikanischen OCLC-Projekt "geek-the-library" die Lobby und Bedeutung der Bibliotheken in ihrer Kommune zu stärken.

Das Ziel, Bibliotheken im deutschsprachigen Raum insgesamt sichtbarer zu machen und dabei das „Geek the library“ zum Ausgangspunkt zu nehmen, führte zur Gründung einer internationalen Arbeitsgruppe:

  • Mag. Gerald Leitner, Geschäftsführer BVÖ (A)
  • Barbara Lison, Deutscher Bibliotheksverband e.V. / Stadtbibliothek Bremen (D)
  • Dr. Gerhard Matter, Kantonsbibliothek Baselland, Liestal (CH)
  • Mag. Roswitha Schipfer, Stadtbibliothek Graz (A)
  • Jürgen Seefeldt, Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (D)
  • Dr. Helmut Windinger, Stadtbibliothek Salzburg (A)
  • Norbert Weinberger, Elisabeth Denk und Christian Hasiewicz (OCLC)

Diese Arbeitsgruppe analysierte auf Basis ihrer Branchenkenntnis und anhand von verschiedenen Studien, ob es Erfolgsfaktoren für eine übergreifende Imagekampagne für Bibliotheken gibt.

  • Welche Zielgruppen der bestehenden Kunden und potentiellen Nutzer können wie erreicht werden?
  • Welche übergreifenden Kommunikationskonzepte wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits gestartet?
  • An wen wenden sie sich? Welche Herausforderungen und Möglichkeiten bietet eine gemeinsame Imagearbeit?
  • Inwieweit sind Ansätze des Projekts „Geek the library“ aus den USA in den deutschsprachigen Raum übertragbar?

Christian Hasiewicz wird in seinem Vortrag den Stand der Überlegungen mit Ihnen teilen, damit Sie in die Diskussion einbezogen werden und Ihren Beitrag zum anschließenden Round Table Gespräch leisten können.

Zum Vortrag: Was sehen Sie?

Über "geek-the-library":

Report: "From Awareness to Funding"

Projekt: http://geekthelibrary.org/ 


Round Table - Diskussionsrunde


Vertriebsleiter Öffentliche Bibliotheken OCLC Deutschland

Diskussionrund-Bibliotheksleitertag
Round-Table des Bibliotheksleitertages 2012

Alle Referenten und die Praxisbibliotheken der Innovationsgalerie diskutierten zusammen mit den Teilnehmern über das Thema "Wie erreichen wir Bibliotheken mehr Sichtbarkeit?". In der Diskussion kamen die vielfältigen Aufgaben und Bereiche, in denen Sichtbarkeit eine Rolle spielt zu Wort: Die Bibiothek als Ort, die Zielgruppen, die wir ansprechen wollen, die Verpflichtung, die wir im Umgang mit den Nutzern, dem Publikum haben. Welche Möglichkeiten sich großen Bibliotheken bieten und welche Vorteile gerade kleine Bibliothek nutzen können...

Hier konnten alle Teilnehmer der Tagung ihre konstruktiven Ideen und kontroverse  Aspekte über das Image der Bibliotheken und wie es durch Bibliotheksangebote oder in der Kommunikation sichtbar gemacht werden kann am "Runden Tisch" in die Diskussion einbringen.

Moderiert wurde die Gesprächsrunde durch Norbert Weinberger, Geschäftsführer OCLC.


Ideen-Shopping in der Ideen-Galerie


Galerie und Dialog: Eine Frage der Perspektive

idea-shopping-Bibliotheksleitertag
OCLC - Copywright

In den Pausen boten verschiedene Bibliotheken und Institutionen an Postertischen die Möglichkeit zum direkten Austausch und für das Ideen-Shopping:

  • Wir öffnen auch Sonntags" - Serviceorientierung und attraktive Angebote der Kantonsbibliothek Baselland  - Dr. Gerhard  Matter, Bibliotheksleiter Kantonsbibliothek Baselland
  • Nicht zu übersehen! Aktuelle Werbung der Stadtbibliothek Graz - Mag. Roswitha Schipfer, Bibliotheksdirektorin Stadtbibliothek Graz
  • Aus der Nähe betrachtet: Aktuelle Aktionen zum Anfassen - Jürgen Seefeldt, Standortleiter Landesbibliothekszentrum / Büchereistelle Koblenz 
  • 24 / 7 sichtbar - Virtuelle Tour durch die Stadtbibliothek Salzburg - Dr. Helmut Windinger, Leiter der Stadt:Bibliothek Salzburg
  • Die Bibliothek der Zukunft – Die Zukunft der Bibliotheken, Leitbild der Öffentlichen Bibliotheken Österreichs
    Mag. Gerald Leitner, Geschäftsführer des Büchereiverbandes Österreich (BVÖ)
  • Dynamic Data: A World of Possibilities - Fiona Leslie, OCLC

Außerdem standen die Referenten für Fragen und Gespräche zur Verfügung:

  • DBV: Nichtnutzerstudie - Barbara Lison unterstützt von Brigitta Wühr
  • Förderer gewinnen - Stiftungsverband - Benita von Behr
  • Hamburger Bücherhallen - Hella Schwemer-Martienßen unterstützt von Kirsten Marschall
  • Informationen zu WorldShare, BIBLIOTHECAplus, OPEN, "geek-the-library" und EMEA Regional Council Meeting -   Christian Hasiewicz, Norbert Weinberger, Ralph Dummer, Andreas Serr, Bernd Stehle