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Round Table - Diskussionsrunde


Was macht unsere Bibliotheken innovativ?

"Die Zukunft allein ist unser Zweck."

Blaise Pascal (1623 - 1662)

 

Alle Referenten und Praxisbibliotheken diskutierten zusammen mit den Teilnehmern kontrovers und mit vielfältigen konstruktiven Ideen über die Impulse und Faktoren, die Bibliotheken innovativ sein lassen und was in der Zukunft für Bibliotheken wichtig sein wird.  Moderiert wurde die Gesprächsrunde durch Michael König, Geschäftsstellenleiter OCLC.

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Michael König, Gründer von BOND, Geschäftsstellenleiter OCLC - Copyright

Dr. Jürgen Neffe


Freier Journalist und Autor

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Dr. Jürgen Neffe - Copyright

Jürgen Neffe, Jahrgang 1956, studierte Physik, Biologie sowie im Nebenfach Philosophie und promovierte über ein biochemisches Thema. Er arbeitete zwanzig Jahre lang als Redakteur, Reporter und Korrespondent für „Geo“ und den „Spiegel“.

Neffe wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis. Zudem war er Leiter des Hauptstadtbüros der Max-Planck-Gesellschaft und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Heute arbeitet er als freier Journalist und Schriftsteller. Seine Einstein-Biografie gehörte in Deutschland zu den Top-Ten-Bestsellern des Jahres 2005, wurde vielfach übersetzt und 2007 von der „Washington Post“ zum „Book of the Year“ gewählt.

Sein biografischer Reisebericht „Darwin – Das Abenteuer des Lebens“, Grundlage für das erste Libroid, wurde 2009 ebenfalls zum Bestseller. Die Arbeit an diesem Buch waren Ausgangspunkt von Neffes Überlegungen zur Zukunft des Lesens – und Schreibens, den er in einem Essay in der Wochenzeitung „Die Zeit“ zusammenfasste.

Wir sind da, wo die Menschen sind


Ein Ensemble vieler Talente ist die Stärke der Bücherhallen Hamburg

Durch seinen Vortrag führte Dr. Jürgen Neffe in innovative Beobachtungen und Lösungen zur Zukunft des Lesens ein: Die Buchbranche steht am Beginn einer Zeitenwende. Das älteste Medium löst sich in seine Bestandteile auf: Die Hülle – Papier – wird allmählich zum Auslaufmodell, der Inhalt weicht auf neue, elektronische Datenträger aus. Damit gerät das Buch in den ungleich schnelleren Innovationszyklus des digitalen Fortschritts. Bücher lassen sich beinahe unendlich bereichern, erweitern und vernetzen, eine Evolution ohne erkennbares Ende, die Gutenbergs Erbe in immer weitere Ferne rückt.

Schreib-, Produktions- und Leseweisen stehen vor gewaltigen Veränderungen. Die Verlage des 21. Jahrhunderts werden ihnen umso besser gewachsen sein, je mehr sie den Fortschritt selber gestalten. Dabei verschiebt sich die Perspektive von der Wissensvermittlung zur Wissensentwicklung. Gleichzeitig gewinnen neue Formate an Gewicht, bei denen die unterschiedlichen Medien mehr oder weniger bedeutende Rollen im Gesamtkomplex spielen. 
Multimediale „Bücher“ – ich nenne sie „Libroide“– sind
- Interaktiv
- Dynamisch – aktualisierbar – individualisierbar 
- Web-basiert
- Intelligent gebaut
- Individuell gestaltbar 
- Multilingual
- Sozial vernetzt

Entscheidend ist die Verlinkung der Inhalte in einem dynamischen System, das ein gleichbleibendes Erscheinungsbild bietet. Libroide leisten das durch eine neuartige Dreispaltentechnik, die eine freie Kombination und Veränderung von Inhalten jederzeit zulässt. Das System ist universell einsetzbar und eignet sich für die globale Vermarktung – wie Gutenbergs Erfindung vor über 500 Jahren.

Lesen Sie mehr über die Arbeit an Neffes Buch und seine Überlegungen zur Zukunft des Lesens – und Schreibens: Essay in der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Projekt Libroid.

Zu Dr. Neffes Vortrag: Darwin am iPhone:  - Zukunft des Lesens  


Verena Lenes


Wissensturm Linz, Leiterin des Bereiches Digitale Bibliothek

verena
Verena Lenes - Copyright

Kurzbiografie
•    Studium am FH-StG Informationsberufe (Eisenstadt) 
•    Verantwortlich für die Digitale Bibliothek der Stadtbibliothek Linz im Wissensturm
•    Vortragende für Informationskompetenz und Web 2.0-Themen

Mittendrin statt nur dabei!


Web 2.0-Strategien für Öffentliche Bibliotheken

In ihrem Vortrag identifizierte Verena Lenes eine Reise in die Länder des Web 2.0 mit dem Ziel kundennahe Bibliotheksservices zu identifizieren. Das Besondere daran ist: Das kann sich jede Bibliothek leisten! -

Sie fragte: "Wie viele Fans hat Ihre Bibliothek?" - Mutig, modern, kommunikativ –  das sind nicht die ersten Eigenschaften, die uns einfallen, wenn von Bibliotheken die Rede ist. Verena Lenes appellierte an die Teilnehmer: "Es ist Zeit, dass sich das ändert! Es wird Zeit, dass Bibliotheken im Netz nicht nur präsent sind, sondern mitmachen!" Facebook, Twitter und Co. machen's möglich – wenn man sich traut.

In ihrem Vortrag erfuhren die Teilnehmer, wie sie mit Hilfe von Facebook, Twitter & Co. bestehende Kunden binden und neue Kunden gewinnen. Verena Lenes macht Bibliotheken Mut und gibt wichtige Tipps, wie sie erfolgreich im Web 2.0 kommunizieren.

Zu Verena Lenes' Vortrag: Mittendrin statt nur dabei!


Lise Kloster Gram


Literaturberaterin, Aarhus Public Libraries

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Lise Kloster Gram - Copyright

Lise Kloster Gram ist als Literaturberaterin bei den Öffentlichen Bibliotheken in Aarhus angestellt.

2008 wurde sie Kandidatin der Nordischen Sprache und Literatur und Altertumswissenschaft an der Universität Aarhus. Bis 2009 war sie selbstständig mit der Firma Literatur im Raum.

Literatur im Raum beschäftigte sich mit alternativen Formen der Literaturvermittlung und hat viele ehrenamtlich Tätige, die das Konzept auf freiwilliger Basis umsetzen.

Literaturzeit, Spielzeit und Faszination


Wie setzt man gute Ideen in der Praxis um?

Die Referentin Lise Kloster Gram zeigte den Teilnehmern durch ihren Vortrag wie Literatur in und außerhalb von Büchern innovativ und unerwartet präsentiert werden kann. Und wie so Literaturverbreitung in und um die Bibliothek möglich ist:


Die Mehrheit der Benutzer meinen, wenn sie von Bibliotheken sprechen, immer noch in erster Linie Orte, die Bücher ausleihen. Aber man muss sich fragen: hat die physische Bibliothek überhaupt eine Zukunft, wenn Bücher durch Google, SMS-Literatur und digitalen E-Bücher ersetzt werden?

Natürlich hat die Bibliothek eine Zukunft!
Die Existenzberechtigung der Bibliotheken liegt nicht in den Büchern begründet, sondern in der Förderung von Information, Ausbildung und kulturellen Aktivitäten.
Früher war die primäre Aufgabe der Bibliothek, Bücher zu Verfügung zu stellen, weil sachliches Wissen und belletristische Erlebnisse auf dieser Weise für die Benutzer zugänglich wurden. Heute kommt Wissen und Kultur nicht nur in Büchern vor, sondern auch in digitalen Plattformen. Dabei ist der Zugang zum Inhalt, den wir früher in Büchern fanden, viel einfacher geworden. Tatsächlich so einfach, dass wir uns beinahe überwältigt und orientierungslos fühlen.

Die Vermittlungsaufgabe der Bibliotheken ist daher größer als zuvor. Wollen wir heute Menschen erreichen, müssen die Bibliotheken sie da treffen, wo sie sind – im geistigen und im wörtlichem Sinn.

Das Bibliotheksteam der Öffentlichen Bibliotheken in Aarhus betrachtet die Benutzer als Co-Creatoren, und beteiligen neue Partner und Medien. Es geht dabei um die Vermittlung von Spiel, Erlebnis und Dialog.

In ihrem Vortrag veranschaulichte Lise Kloser Gram innovative Vermittlungsformen, die nicht in Büchern zu finden ist. Wie erreichen wir neue Benutzer durch alte Literatur? Und wie erreichen wir alte Benutzer durch neue Literatur?

Es geht darum, herauszufordern und zu motivieren. Es geht um Literatur, Spiel und Faszination.

Zu Lise Kloster Gram's Vortrag:.  Literaturzeit, Spielzeit und Faszination

www.aakb.dk


Petra Dobler-Wahl


Leiterin Marketing, Stadtbibliothek Duisburg

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Petra Dobler-Wahl - Copyright

Petra Dobler-Wahl arbeitet seit November 2008 im Bereich des Veranstaltungsmanagements und des Marketings bei der Stadtbibliothek Duisburg. Die Diplom-Verwaltungswirtin begann 1975 ihre Ausbildung bei der Stadt Duisburg und durchlief danach verschiedenste Aufgabenbereiche innerhalb der Verwaltung. Seit 1994 war sie im Bereich der politischen Integrationsarbeit tätig und dort seit 2000 Geschäftsführerin des Duisburger Integrationsrates. Als städtische Koordinatorin der „Interkulturellen Wochen Duisburg“ lag die Umsetzung dieser jährlich wiederkehrenden Programmreihe mit in ihrer Verantwortung. In der Stadtbibliothek Duisburg gehören sowohl die Veranstaltungsplanung und -organisation als auch die Fortschreibung und Weiterentwicklung von Werbekonzepten und neuen Strategien zu ihren Aufgaben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Akquise und Förderung projektbezogener Kooperationen.

In ihrer Freizeit widmet sich die Mutter zweier erwachsener Söhne ihrem Garten, privater Lektüre und der Malerei. Motto: „We can do it!“

Ohne Moos viel los!


Kreativ Medien und Menschen bewegen

Zusammen mit Petra Dobler-Wahl konnten die Teilnehmer des Bibliothekleitertages hinter die Kulissen einer Stadt schauen, die ihren Kulturbetrieb und auch die Bibliothek knapp hält. Viele Parallelen wurden im Vortrag von Petra Dobler-Wahl entdeckt und die Duisburger Ideen steckten an.

Im Dezember 2008 verordnete der Regierungspräsident für den Bezirk Düsseldorf der Stadtverwaltung Duisburg einen rigiden Sparkurs, der schwerpunktmäßig die freiwilligen Aufgaben - zu denen in NRW leider immer noch die Öffentlichen Bibliotheken gehören - betraf.

In 2009 wurde erstmals nach 1945 der Medienetat der Stadtbibliothek massiv zusammen gestrichen und im Jahr 2010 bestand bis Ende November hinein die Sorge, überhaupt keine Finanzmittel für einen Kauf aktueller Medien zu erhalten. In diesem Fall bewahrheitete sich das Sprichwort „Not macht erfinderisch“. Eine eigens eingesetzte  Arbeitsgruppe Marketing, an der Kolleginnen und Kollegen aller Arbeitsbereiche bis hin zum Bibliotheksdirektor teilnahmen, traf sich regelmäßig und kreativ. Auf der Tagesordnung stand die nach innen und außen gerichtete Kommunikation, die eine weiterhin erfolgreiche Arbeit der Stadtbibliothek sicher stellen sollte. Sponsorenakquise, Kooperationen, Kundenbindung und -neugewinnung waren Themen und sollten gemeinsam umgesetzt werden.

Mit der 1996 gegründeten Duisburger Bürgerstiftung Bibliothek stand ein starker Partner an der Seite, der es möglich machte, neue Ideen zu verwirklichen. Herausragend ist dabei das stiftungseigene Projekt „Ich bin Buchpate. Werden Sie es auch!“ zu nennen, das seit dem Start am 23. April 2010 Medienspenden von Duisburger Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen im Wert von rund 30.000 Euro ermöglicht hat. 

Der Praxisbericht von Petra Dobler-Wahl gab einen Überblick zu den Marketingmaßnahmen, Kooperationen und Angeboten der Stadtbibliothek Duisburg sowie dem Buchpatenprojekt der Bibliotheksstiftung.

 

Zu Petra Dobler-Wahl's Vortrag: Ohne Moos viel los!


Ing. Nikolaus Kirchsteiger


IT Verantwortlicher und stellvertretender Bibliotheksleiter der Stadtbibliothek Graz

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Nikolaus Kirchsteiger - Copyright

Geboren 1974 in Graz; Ausbildung an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Graz mit dem Schwerpunkt Elektronik, Nachrichtentechnik und technische Informatik.

Nach einigen Jahren als selbstständiger Einzelunternehmer mit Projekten vor allem in den Bereichen Webapplikationsentwicklung und Design für diverse nationale und internationale Firmen seit Ende 1999 IT-Verantwortlicher der Stadtbibliothek Graz, zusätzlich seit 2009 Übernahme von Aufgaben der stellvertretenden Bibliotheksleitung, u.a. Projektbetreuung bei Planung, Einrichtung und Eröffnung neuer Bibliotheksstandorte.

Bibliothek = Work in progress


Innovationen und Impulse aus der Stadtbibliothek Graz

Nikolaus Kirchsteiger fasste in seinem Vortrag die Herausforderung zusammen, denen sich Öffentliche Bibliotheken stellen: Die Aufgaben der Öffentlichen Bibliothek und die bereitgestellten Services müssen ständig überdacht und an die gesellschaftlichen und technischen Veränderungen angepasst werden. Diese Veränderungen sind eine nie da gewesene Chance, das Image der Bibliothek nachhaltig zu verändern und diese neu zu positionieren. Besonders die elektronischen Medien bieten unzählige Möglichkeiten, um neue Kunden zu akquirieren und die immer vielfältigeren Angebote der Bibliothek publik zu machen.

Die Stadtbibliothek Graz hat diesen Prozess vor einigen Jahren mit einer tiefgreifenden Strukturerneuerung begonnen. Seither werden einige Kernprojekte verfolgt, die Ihnen Nikolaus Kirchsteiger im Rahmen des Bibliothekartages vorstellt.

Beginnend mit einem neuen Corporate Design als Grundlage, um die Markenidentität der Stadtbibliothek Graz in der Kommune zu etablieren, werden klassische Wege wie die Nutzung von Printmedien, aber auch die neuen digitalen Services vorgestellt. Intensive PR-Arbeit erzielt(e) eine hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und eine starke Positionierung der Marke Bibliothek.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Ausbau der digitalen und mobilen Dienste. Es werden einige Erfolgsgeschichten vorgestellt, die einerseits die Bedeutung eines attraktiven Webauftritts und dessen Auswirkung auf die Nutzungssteigerung unterstreichen, andererseits die Attraktivität von mobilen Dienstleistungen, die den KundInnen auch örtlich entgegenkommen, aufzeigen

Ein wichtiges Ziel ist es, Kinder bereits so früh wie möglich für die Stadtbibliothek zu gewinnen und intensiv Leseanimation zu betreiben. Es werden verschiedene Projekte vorgestellt, mit denen dies der Stadtbibliothek gelungen ist. Auch die Modernisierung der bestehenden Standorte und die Eröffnung vier neuer Bibliotheken mit jeweils eigenem Schwerpunktkonzept standen im Zentrum des Innovationsprozesses.

All dies sind einzelne Punkte einer steten Veränderung, die die Bibliothek sicherlich auch zukünftig als „work in progress“ definiert und die beim Bibliotheksleitertag in einer Kurzvorstellung und im Gespräch erlebt werden konnten.


Barbara Schleihagen


Geschäftsführerin des Deutschen Bibliotheksverbandes

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Barbara Schleihagen - Copyright

Barbara Schleihagen ist seit 2006 Geschäftsführerin des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv). Sie war von 2000-2003 als Generalsekretärin für die Organisation der IFLA 2003 Berlin Konferenz verantwortlich, bevor sie von 2004-2005 den Bereich Internationale Kooperation beim Deutschen Bibliotheksverband e.V. im Rahmen des neu eingerichteten Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (KNB) aufgebaut hat. Von 1996-2000 war sie als Direktorin von EBLIDA, dem europäischen Dachverband für Bibliotheken mit Sitz in Den Haag, in der europäischen Lobbyarbeit aktiv. Sie ist Diplom-Bibliothekarin und hat einen Master (MSc Econ) in „Management of Library and Information Services“ von der Universität Wales. Sie war von 2002-2007 deutsches Mitglied im IFLA/FAIFE Ausschuss (Free Access to Information and Freedom of Expression). Im August 2011 beendete sie ihre vierjährige Amtszeit (2007-2011) im Vorstand der IFLA. Sie ist Mitglied im Ständigen Ausschuss der IFLA-Sektion „Management von Bibliotheksverbänden“. Zahlreiche Publikationen zu europäischer Lobbyarbeit, europäischem Urheberrecht, Bibliotheken in Europa, Bibliothekspolitik, Bibliotheksgesetzgebung, digitale Medien, Informationsfreiheit und Zensur in Bibliotheken.

Wie interessieren wir Nicht-Nutzer?


Vorschau auf neue Studie zu den Ursachen und Gründen der Nichtnutzung von Bibliotheken

Babara Schleihagen gab in ihrem Vortrag eine kurze Vorschau auf die geplante Studie und  die  voraussichtlichen Möglichkeiten, die die Auswertung der Ergebnisse eröffnen wird. Aufgrund der repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Lesen aus dem Jahr 2008 der Stiftung Lesen kann geschätzt werden, dass etwa vier Fünftel der Einwohner der Bundesrepublik Deutschland über 14 Jahre keine Bibliotheken (mehr) nutzen. Damit können Bibliotheken das bildungs- und kulturpolitisch relevante Potenzial nicht ausschöpfen, das sie mit ihrem niederschwelligen, vielfältigen und flächendeckend zugänglichen Medienangebot in besonderer Weise besitzen. Es fehlen jedoch systematische Informationen, warum Bevölkerungsgruppen, die keine Bibliothekskunden sind, nicht (mehr) kommen. Die Gewinnung bisheriger Nichtnutzer ist ein zentraler Schritt, mit dem Bibliotheken ihrem öffentlichen Auftrag nachkommen können. 

Der dbv hat sich erfolgreich um Fördermittel des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien beworben, um gemeinsam mit dem Institut für Leseforschung der Stiftung Lesen möglichst detaillierte, fundierte und flächendeckende Erkenntnisse über diese Gruppe und die Gründe und Hintergründe ihrer Nichtnutzung zu gewinnen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Anfang 2012 geplant.


Bernd Stehle


Vertriebsbeauftragter OCLC

Bernd Stehle, Diplom-Ingenieur (FH) für Technische Informatik, ist bereits seit April 2006 für OCLC als Vertriebsbeauftragter mit Schwerpunkt Süddeutschland tätig. Er hat zum 1. Juli 2011 vom Standort Oberhaching in das Kompetenzzentrum Öffentliche Bibliotheken nach Böhl-Iggelheim gewechselt und betreut zukünftig die Gebiete Baden-Württemberg, Bayern sowie die Schweiz, Österreich und Südtirol.

Gemeinschaftliche Perspektiven für die Zukunft


Im WorldCat unterwegs - was kann die weltgrößte bibliographische Datenbank für uns tun?

Bernd Stehle, Vertriebsbeauftragter OCLC  nahm die Teilnehmer in seinem Vortrag mit auf einen kurzen Webausflug in die Welt des WorldCat. Er zeigt die grundsätzlichen Leistungen des globalen Netzwerkes für Bibliotheksinhalte und –dienste. Die Teilnehmer erfuhren, wie sich Institutionen dadurch mithilfe des Internets besser vernetzten, offener und produktiver sind und warum durch die kollektive Nutzung von Daten die einzelne Bibliothek stärker wird.

Seit 40 Jahren dient WorldCat den beteiligten Bibliotheken als gemeinsame bibliografische Datenbasis. Als globales Netzwerk von Bibliotheksbeständen und -diensten basiert WorldCat auf gemeinsam gepflegten Datenbanken und direkt eingestellten Metadaten. Ziel ist es, neben der Reduzierung von Katalogisierungsaufwänden, das gesammelte Wissen einer breiten Öffentlichkeit – also auch den Nutzern – auf einfache Weise zur Verfügung zu stellen und durch das Internet sichtbarer und offener zu werden.

Zu Bernd Stehle’s Vortrag: Im WorldCat unterwegs


Roland Dicke, Regina Böhning, Sebastian Wittek


Regina Böhning und Roland Dicke, Leiter EDV der Stadtbibliothek Paderborn: „Das technische Projektteam der Firma OCLC, speziell die Projektleitung, gestaltet das Projekt offen, ehrlich und vor allem partnerschaftlich. Obwohl wir sehr viel Zeit investieren, macht uns das Projekt sehr viel Freude und vermittelt das Gefühl einen wirklichen Teil am Ergebnis beizutragen. Wir freuen uns schon auf den Einsatz des neuen Web Portal OPEN, den wir passend mit den dann abgeschlossenen Modernisierungsarbeiten der Bibliothek starten werden.“

Sebastian Wittek, IT-Administrator der Stadt Siegburg: „Das neue Web-Portal ist der richtige Schritt, weil es sehr wichtig ist, den aktuellen Bibliotheksnutzern und denen die es noch werden wollen, einen optimalen Zugriff auf den Bibliotheksbestand bieten zu können. „Die Darstellung und die Benutzerfreundlichkeit muss für die Anwender des OPACs zeitgemäßer werden“, habe ich zu Herrn König auf der Biblio-Trend gesagt – und da hat er uns als Testpartner in den laufenden Entwicklungsprozess mit eingebunden. Somit können wir als Kunde unsere Wünsche und Vorstellungen in ein neues Produkt mit einbringen, dass zu den Bibliotheken passt. Die Technik gibt inzwischen viel mehr her und die Nutzer erwarten diese auch im OPAC. Die Modularität von OPEN ist Klasse und wir können maßgeschneidert das einsetzen, was wir brauchen.“ 

Ausleih-Lust entfachen mit lebendigen Web-Angeboten


Kundenbericht aus dem Entwicklungsteam OPEN für BIBLIOTHECAplus

"Hier geht der Wunsch vieler BIBLIOTHECA2000-Anwender in Erfüllung". So lautete die spontane Rückmeldung einer Bibliotheksleiterin bei der Präsentation des neuen Web-OPAC-Portals "OPEN" beim Bibliothekartag in Berlin.

Roland Dicke, Regina Böhning und Sebastian Wittek sind zusammen mit anderen Kunden in die Entstehung von OPEN eingebunden. Sie bringen als Testpartner ihre Vorstellungen und Erfahrungen in die Entwicklung ein und testen das Portal bereits während es Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die Teilnehmer des Bibliothekleitertages erfuhren durch ihren Bericht und im Gespräch mit ihnen mehr über das Web-OPAC-Portal OPEN der Zukunft.

Mit OPEN präsentieren Bibliotheken ihr komplettes Bibliotheksangebot professionell im Web. Moderne Suchmaschinen-Technologie, Portal- und Web 2.0-Funktionen und ein modernes attraktives Design.

OPEN bietet im Paket, alles was eine moderne Bibliothek für eine erfolgreiche Präsenz im Internet braucht. Mit OPEN verfügt BIBLIOTHECA2000/plus über eine bisher einzigartige Funktionsvielfalt im Bereich Benutzerservices:

  • Zeitgemäß suchen & finden wie bei Google & Co.
  • Mehr als "nur Medienangebot" im Web, z.B. Veranstaltungskalender, Foren, News und vieles mehr
  • Web 2.0-Funktionen für lebendiges Angebot

Mehr Informationen zu OPEN finden Sie hier.

Zu Roland Dicke’s + Sebastian Wittek’s Vortrag: Ausleih-Lust entfachen


Mission Innovation


Galerie-Rundgang für den direkten Dialog

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OCLC - Copywright

 

Die Innovationsprojekte der Referenten und Praxis-Bibliotheken konnten durch die Teilnehmer während der Pausen hautnah erlebt werden.

Neben den Vorträgen namhafter Referenten, die einen tiefen Einblick in ihre erfolgreichen innovativen Projekte gaben, bot die neue interaktive Galerie „Mission Innovation“ die Chance für das „Ideen-Shopping“ der Teilnehmer des Bibliotheksleitertages.

Alle Referenten und die ausgewählten Bibliotheken zeigten in der Galerie ihre beispielhaften Projekte und standen den Teilnehmern im direkten Gespräch zum Austausch zur Verfügung.