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Bibliotheksleitertag 2013

Das Foto-Galerie wird zur Zeit noch erstellt und erscheint in Kürze. Hier finden Sie die Links zu allen Video- und Vortragsdateien auf einen Klick und hier das detaillierte Programm 2013

Diese Referenten waren für Sie da:

Hier geht es zu den  Informationen über die Praxisvorträge, der anschließenden Diskussion und zu den beitragenden Institutionen für das Ideenshopping während der Pausen.

 

Bibliotheksleitertag 2012

Eine Herzensangelegenheit: "Bibliotheken sichtbar machen"

112 Teilnehmer erlebten zum 8. Bibliotheksleitertag am 9. Oktober 2012 unter dem Motto  „Bibliotheken sichtbar machen“  ein umfassendes Programm   in der Nationalbibliothek in Frankfurt (Main). Sie gaben beste Rückmeldungen zu den inspirierenden Ideen für zukunftsorientierte Aktionen und zum Blick in die technologische Zukunft.

Den mitwirkenden Bibliotheken und Institutionen des Bibliotheksleitertages ist es gelungen, den Teilnehmern Informationen und Einblick zu allen Aspekten von Sichtbarkeit  zu geben. So lassen sich nun mit vielfältigen Ideen für die tägliche Arbeit und für die zukünftige Ausrichtung der Bibliothek Maßnahmen anpacken.

Hier finden Sie einige Fotos zum Bibliotheksleitertag 2012. Die Downloads zu den Vortragsdateien sind in der kurzen Zusammenfassung beim jeweiligen Vortragsthema hinterlegt:

 

Bibliotheksleitertag 2011

Innovationen in die Praxis!

Am 11. Oktober 2011 trafen sich 124 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark zum 7. Deutschen Bibliotheksleitertag.

Hier sind einige Teilnehmer-Rückmeldungen:  „Sie haben mit den Themen des Bibliotheksleitertages den richtigen Riecher.“ - „Über den Tellerrand schauen ist anregend – und macht Lust auf mehr." -  „Die Innovationsgalerie ist eine tolle Idee!“ -  „Ich habe sehr gute Anregungen erhalten und bringe zukunftsorientierte Anregungen für die Entwicklung unserer eigenen Bibliothek mit nach Hause.“ - „Klasse, interessant, kontrovers.“ – „Sehr professionelle Fortbildung – guter Themenmix!“ - Round Table: „Gute thematische Mischung.“ - „War sehr interessant, hätte länger dauern können.“ „Gute Diskussion!“

Die Vorträge dieser Tagung boten BibliotheksleiterInnen, EntscheiderInnen und an Zukunftsthemen Interessierten eine Plattform für den gemeinsamen Austausch über erfolgreiche Innvationen und für ein umfassendes "Ideen-Shopping". Hochkarätige Referenten, Vorträge und viel Raum für engagierte und kontroverse Diskussionen machten diesen 7. Bibliotheksleitertag zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Bibliotheksüberlegungen in Richtung Zukunft. Hier sind einige Fotos zum Bibliotheksleitertag 2011. Sie finden die Downloads zu den Vortragsdateien im Kurzabstrakt zum jeweiligen Vortragsthema. Das waren die Themen in 2011:

  • Führung durch die Deutsche Nationalbibliothek
 

Bibliotheksleitertag 2010

Kooperieren und vernetzen - Mehrwert für Bibliotheken

Am 5. Oktober 2010 veranstaltete BOND den 6. Deutschen Bibliotheksleitertag ein, der seit 2005 jeweils einen Tag vor der Frankfurter Buchmesse stattfindet.

Sehen Sie hier einige Fotos des Bibliothekleitertages 2010.

Durch diese Tagung bietet BOND BibliotheksleiterInnen eine Plattform für den Austausch über zukunftsorientierte Praxisthemen. Hochkarätige Referenten und Vorträge machen den Bibliotheksleitertag zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Überlegungen in Richtung Zukunft.

„Mit den Vorträgen des Bibliothekleitertages 2010 zum Thema ‚Kooperieren und vernetzen – Mehrwert für Bibliotheken’ stellen wir einen Schlüsselbaustein für die Bibliotheken der Zukunft vor“, versprach Michael König, Geschäftsführer von BOND. Die Praxisvorträge informierten die Teilnehmern in einem breiten Spektrum über die Erfolgsrezepte lebendiger, erfolgreicher Bibliotheksarbeit - speziell im Bereich der Vernetzung von Kultur- und Bildungseinrichtungen. Die Vorträge gaben interessante Einblicke in zukunftsweisende Kooperationen und zeigten darüber hinaus die konkreten Effekte der Vernetzung auf.

Auf dem Bibliotheksleitertag 2010 berichteten hochkarätige Referenten in einem breiten Spektrum aus erfolgreichen Projekten über Bibliotheks-Kooperationen und –Vernetzung für Ihre Praxis:

 

Bibliotheksleitertag 2009

Die Bibliothek neu erfinden

Zum 5. Deutsche Bibliotheksleitertag in 2009 präsentierten sich die 

 

Bibliotheken als lebendige Orte und Netzwerke für lebenslanges Lernen durch Spaß und harte Arbeit


Die fünf weit gespannten Zukunftsthemen des 5. Deutschen Bibliotheksleitertages unter dem Motto „Die Bibliothek neu erfinden“ wurden von 7 Referenten aus der Praxis für die Praxis präsentiert. Sie schlugen die 80 Teilnehmer in ihren Bann und lieferten Zündstoff für aktive Diskussionen. Am Ende war der Tenor des bewegten Austausches klar: Die Fülle der visionären Ideen und praktikablen Umsetzungsvorschläge gaben wertvolle Impulse für die Ausrichtung der zukünftigen Bibliotheksarbeit. Die Bedeutung der Bibliotheken und Bibliotheksmitarbeiter durch das Internet wird wachsen. Sie ziehen neue Nutzer an und binden bisherige Nutzer durch visionäre aber umsetzbare Ideen, durch die Öffnung für spielendes Lernen, durch neue Angebote wie E-Learning, als Orte für die interkulturelle Begegnung, durch den Austausch und die Kraft von Netzwerken und durch maximale Nähe zu ihren Nutzern.

BOND-Geschäftsführer Michael König eröffnete den Bibliotheksleitertag in Frankfurt einen Tag vor der Buchmesse, wo er dieses Jahr bereits zum 5. Mal stattfand und einen festen Platz gefunden hat. Der Deutsche Bibliotheksleitertag wird initiiert und ausgerichtet von BOND Bibliothekssystemen, dem führenden Hersteller von Bibliothekssoftware in Deutschland mit fast 4000 Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum.

„Sie haben sich trotz der Wirtschaftskrise auf den Weg gemacht – und wir wollen diesen Tag für Sie wertvoll werden lassen“, begrüßte Michael König die Teilnehmer unter dem Motto des diesjährigen Bibliothekleitertages „Die Bibliothek neu erfinden“. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Mittelkürzungen zeigten die ausgewählten Vorträge des Bibliothekleitertages neue kreative Ansätze, die Mut machen und die durch ihre Impulse Kraft geben, aus dem aktuellen Dilemma zu führen. „Lassen Sie sich von den vorgestellten Erfolgsbeispielen inspirieren; tragen Sie Ideen, die Sie für richtig halten in Ihre Bibliotheken und passen Sie sie Ihren Gegebenheiten an und vor allem: Seien Sie mutig bei der Umsetzung!“ rief Michael König die Teilnehmer auf.

Das Feedback der Teilnehmer nach der Veranstaltung zeigte, dass die Referenten mit ihren Fallbeispielen inspirieren konnten und dass sie eine Vielfalt an Ideen lieferten, die tatsächlich „Die Bibliothek neu erfinden“: „Danke für die Zukunftsvisionen: Das waren Anregungen zum Nachdenken und Machen!“, „Die Zukunft findet in der Praxis schon heute statt: Überraschende Wege, die praktikabel wirken. Der Bibliotheksleitertag lohnt sich enorm!“

Michael König (Geschäftsführender Gesellschafter BOND)

 

Die Vision und die Realität 
von „Spielend Lernen“


Zukunftswerkstatt - Wenn Bibliotheken spielen gehen
Christoph Deeg, Gründungsmitglied der Zukunftswerkstatt, präsentierte ein Zukunftsszenario zur Zukunft der Bibliotheken und informierte über die Arbeit der Zukunftswerkstatt und ihre mögliche Bedeutung für die Bibliotheken. Die Vision der Zukunftswerkstatt ist, dass Bibliotheken eingebettet in interdisziplinäre Netzwerke neue Wege der Kultur- und Wissensvermittlung entwickeln und realisieren. Die drei Gründungsmitglieder der Zukunftswerkstatt Julia Bergmann, Jin Tan und Christoph Deeg suchten nach neuen Wegen der Kultur- und Wissensvermittlung. Dabei ging es im Wesentlichen um die Frage: was bedeuten Computergames, eBooks und das Web 2.0 für die Bibliothek der Zukunft? Die Zukunftswerkstatt möchte die Bibliotheken fit für diese Zukunft machen. Dabei geht es vor allem darum, die breite Masse der Bibliotheken und Bibliothekare zu erreichen. Getreu dem Motto "Handeln statt diskutieren" aktiviert, vernetzt und unterstützt das Non-Profit-Projekt Bibliotheken auf ihrem Weg zur Bibliothek der Zukunft.

Christoph Deeg zeigte Möglichkeiten für Bibliothekare, neue Wege kennenzulernen. Ein Ziel: Bibliothekare sollen das Web2.0, eBooks und die Welt der Computergames ausprobieren. Das erste Projekt der Zukunftswerkstatt war dein eigener Messestand auf dem Bibliothekartag 2009 in Erfurt: 35m² Spielwiese zum Ausprobieren, Diskutieren, Ideen entwickeln, Zuhören und Mitmachen.

Perspektiven vor dem Hintergrund knapper Haushaltsmittel sieht Christoph Deeg u.a. darin, dass die Bibliotheken für eine Stadt oder eine Gemeinde weniger als Kostenstelle, sondern vielmehr als Standortvorteil gesehen werden können indem moderne Bibliotheksangebote in der Zukunft zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor würden. In Teilbereichen könnten Bibliotheksangebote und -plattformen sogar kommerziell gestaltet werden, was zusätzliche Mittel für die Bibliotheken generieren würde.

Ob Bibliotheken in der Zukunft wirklich das Internet gestalten können bzw. werden, dazu nahm Christoph Deeg eindeutig Stellung: „Die Vielzahl an im Internet vorhandener Daten darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bibliotheken, Museen und Archive immer noch „schlafende Riesen“ darstellen. Dabei geht es dem Nutzer heute und in der Zukunft um eine der Kernkompetenzen von Bibliothekaren: Dem Erschließen, Zugänglichmachen und Vermitteln von Inhalten. Erst wenn Bibliotheken und Bibliothekare in der Masse das Internet aktiv gestalten, es kritisch hinterfragen und kundenorientiert weiterentwickeln, werden wir eine wirkliche Alternative zu Google haben.“

Was morgen „in“ ist und was nicht, dazu könne niemand eine seriöse Aussage machen: Das Internet verändere sich so schnell, dass heute vorhandene Angebote und Plattformen in 10 Jahren verschwunden oder unbedeutend sein können. Deshalb reiche es heute nicht mehr aus, vorhandene Technologien zu verstehen bzw. zu erlernen. Viel wichtiger sei es, die damit verbundene Kultur zu verstehen. Auch wenn sich die Technologien veränderten, die Kultur der Kooperation, des Austausches, des Probierens und Spielens bleibe bestehen. Dies müsste auch Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung der Bibliothekare haben – und deshalb biete die Zukunftswerkstatt neben einer Vielzahl an Projekten auch Weiterbildungen zu den damit verbundenen Fragestellungen an. In den nächsten 8 Jahren möchte die Zukunftswerkstatt erreichen, dass alle Bibliothekare und Bibliothekarinnen in Deutschland das Web2.0, eBooks und Computergames intensiv ausprobiert haben bzw. es aktiv nutzen. Ebenfalls in den nächsten 8 Jahren soll erreicht werden, dass jede Bibliothek in Deutschland in diesen Bereichen ein eigenes Angebot entwickelt und realisiert hat.

Christoph Deeg
(Marketing-Manager und Leiter Projekt „Zukunftswerkstatt“)

Der studierte Jazzschlagzeuger arbeitete vor seinem Wechsel in die Welt der Bibliotheken, Archive und Museen u.a. für die Walt Disney Company und half dort beim Aufbau der Sparte "Computergames". Zusammen mit den Bibliothekaren Julia Bergmann und Jin Tan gründete er 2008 das Non-Profit-Projekt "Zukunftswerkstatt".

Weitere Informationen unter: www.zukunftswerkstatt.org

 

Die Bibliothek als „Ideenkaufhaus“



Das Idea-Store-Konzept aus London revolutioniert die Bibliothekswelt
Judith St. John
(Leiterin der Idea Stores, London)

Judith St John, die Leiterin der Idea Stores in London und Thorsten Dreyer, Projektleiter für Strategieentwicklung in der Kultur- und Umweltbehörde entführten die Zuhörer in einem fesselnden und lebhaften Vortrag nach London.

Rückläufige Leserzahlen und sinkende Akzeptanz in der Bevölkerung waren der Ausgangspunkt in dem von sozialen Spannungen geprägten Bezirk Hamlet Towers in London einem der ärmsten Bezirke, der gleichzeitig Standort für das Londoner Finanzzentrum und für teure Wohngegenden entlang der Themse ist. Die sinkenden Leserzahlen und die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung sind zwei Trends, von der die Öffentlichen Bibliotheken in Großbritannien überall betroffen sind. Im Londoner Bezirk Hamlet Towers wird zur Zeit viel in die Infrastruktur investiert, da der Bezirk Austragungsort der Olympiade sein wird, die 2012 in London stattfinden wird.

Das Konzept “Idea Store” hat die sozialen Gräben des Stadtteils ein Stück durch ein hochwertiges und ungewöhnliches Dienstleistungsangebot verbunden. Seit ihren Anfängen im 19. Jahrhunderts boten Bibliotheken der ärmeren Bevölkerung die Möglichkeit, sich weiterzubilden und ihre Lebensumstände in Eigenregie zu verbessern. Damit waren Sie damals radikal und zukunftsorientiert. Das Konzept “Idea Store” greift das Zukunftsbestreben der ursprünglichen britischen Büchereibewegung auf und erneuert es für das 21. Jahrhundert.

Ziel der Idea Stores war es ein Angebot zu entwickeln, das gezielt auch auf die Probleme großer sozial schwächerer Bevölkerungsschichten einging. „Idea Stores“ lehnen sich in Design und Kundendienst an erfolgreiche Einzelhandelskonzepte an und beinhalten neben Lehr- und Lernräumen, auch zugriffsfördernde Aufsteller mit Themenplatzierungen und Cafes wie sie im Buchhandel zu finden sind. „Idea Stores“ sind in der Regel in Einkaufsstraßen platziert und wenden sich durch ihre Schaufenster an die Kunden, die Bibliotheksnutzer.

Mit sehr gut zugänglichen Standorten und einem neuen Servicekonzept konnten die Idea Stores den Trend rückläufiger Nutzerzahlen erfolgreich ins Positive kehren. Grundlegend für den Erfolg des Konzeptes ist ein ausgeprägtes Verständnis der Rolle, die öffentliche Büchereien in der lokalen Bevölkerung spielen sollten.

Die Mitarbeiter der Idea Stores werden durch professionelle Einzelhandelstrainer so ausgebildet, dass die Bibliotheken ohne festgeschriebenes Regelwerk funktionieren. Sollten bestimmte Verhaltensweisen von Nutzern für andere störend sein, sind die Mitarbeiter der Idea Stores geschult, damit sie durch höfliche Bitte und Aufforderung – wie z.B. das Telefonieren mit dem Handy einzustellen - die gewünschte Atmosphäre wieder herstellen, ganz ohne plakative Verbotsregeln. Judith St. John sagte in ihrem Vortrag: „Unsere Mitarbeiter brauchen sich als Maßstab für ihr eigenes Verhalten nur einer Frage zu stellen: „Kommen die Kunden gerne zu mir?“ – Und das ist das Geheimnis des freundlichen und höflichen Services, der die Nutzer willkommen heißt und dank dessen sie sich als Kunden fühlen.“

Seit Umsetzung des Konzeptes „Idea Stores“ hat sich die Zahl der Besucher in dem Problembezirk Hamlet Towers innerhalb von acht Jahren vervierfacht, die Anzahl der ausgeliehenen Bücher hat sich verdoppelt und „Idea Stores“ sind zu zentralen Elementen in der Stadtentwicklung und –erneuerung geworden. Die vier verwirklichten „Idea Stores“ sind bei der Bevölkerung äußerst beliebt und dienen nun international als Modell für die radikale Erneuerung von Büchereidiensten in Großbritannien – und vielleicht darüber hinaus. Weitere Standorte in London sind ebenfalls in der Planung.

Judith St John 
(Leiterin der Idea Stores, London)

seit 2008 verantwortlich für die mehrfach ausgezeichneten Bibliotheks- und Erwachsenenbildungsdienste des Londoner Bezirks Tower Hamlets. Zuvor war sie als Projektleiterin für Bibliotheksentwicklung tätig. Judith St John begann ihre Laufbahn als Lehrerin in der Erwachsenenbildung und hat einen Universitäts-Abschluss in „Community Development“. Sie arbeitete über mehrere Jahre hinweg als Gastdozentin an der Universität Westminster ist seit über 20 Jahren in Tower Hamlets in verschiedenen Funktionen tätig.

Thorsten Dreyer 
(Projektleiter für Strategieentwicklung in der Kultur- und Umweltbehörder)

ist im Londoner Bezirks Tower Hamlets tätig. Er hat einen Universitäts-Abschluss in „European Cultural Planning“ von der De Montfort University. Während des letzten Jahres war er für die Überarbeitung der Idea Store-Strategie verantwortlich.

Mehr Informationen unter: www.ideastore.co.uk

 

Wie positioniert sich die Bibliothek der Zukunft?


Die stellvertretende Bibliotheksdirektorin der Stadtbücherei Stuttgart Christine Brunner berichtete über die „Bibliothek 21“, die neue Zentralbibliothek, die im Sommer 2011 eröffnet wird. Das Konzept wurde 1997/98 entwickelt mit dem ambitionierten Ziel, die modernste Bibliothek in Europa zu werden. Was ist aus dem ambitionierten Ziel auf dem Weg von der Vision zur Realität geworden? Woran lässt sich heute eine moderne Bibliothek festmachen? Ist es die Bibliothek 2.0? Oder ist die Bibliothek der Zukunft auch die Bibliothek der Vergangenheit, eine Arche Noah des Wissens, wie es der koreanische Architekt der Stuttgarter Bibliothek formuliert?

Im Vortrag beschrieb Christine Brunner, am Beispiel der neuen Bibliothek, wie die Stadtbücherei Stuttgart die Bibliothek der Zukunft definiert. Der Neubau wird auch inhaltlich mit einer völlig neuen Philosophie umgesetzt. Als besonders wichtig hab sie hervor, dass die Bibliothek als Ort physisch existiert. Bereits heute genießt die Stadtbibliothek Stuttgart einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung. Das soll in Zukunft in der Gestaltung der Räume noch weiter ausgebaut werden. Es werden Räume geschaffen, die Menschen verschiedener Kulturen und sozialer Hintergründe zusammenführen. Die neue Bibliothek wird beste Bedingungen schaffen für das Lesen und Entdecken, für das Hinterfragen und für das lebenslange Lernen.

Zahlreiche Lese- und Lernplätze, in denen die bibliothekseigenen Netbooks genutzt werden können, werden zum Lesen, Lernen und Arbeiten einladen. Gruppenräume werden als Treffpunkt für den Wissensaustausch zur Verfügung stehen. Die neue Stuttgarter Bibliothek wird mit verlängerten Öffnungszeiten (Montag bis Samstag von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr) und mit freundlichem Service von Menschen für Menschen für ein qualitativ hochwertiges Bildungs- und Kulturangebote stehen. Sie wird nicht nur Raum bieten, sondern Wissen, Entfaltung, Erkenntnis und Zuwendung. Christine Brunner machte deutlich, dass die Bibliothek gegenüber virtuellen Angeboten den Vorteil hat, dass sie real ist. Sie gab einen umfassenden Einblick in die Raumkonzepte und nahm dadurch die Zuhörer mit in die greifbare Zukunft. Eine Zukunft, mit echten Medien – neben den virtuellen Medien – und mit echten Räumen für das Lernen und das Leben.

Christine Brunner
(Stellvertretende Bibliotheksdirektorin der Stadtbücherei Stuttgart)

Ist seit 2001 in Stuttgart und Vorgesetzte aller 18 Stadtteilbüchereien mit rund 200 Mitarbeitern. Ihre Vision lautet: „Meine Mitarbeiter - befreit von Routinearbeiten - wenden sich ausschließlich den Wünschen und Bedürfnissen unserer Besucher zu. Diese genießen unser Haus das als erster kultureller Ort im neuen Stuttgarter Stadtgebiet entsteht. Und in 20 Jahren erreichen mich irgendwo vor den niederländischen Antillen die Grußworte unserer Nachfolger, die unseren Mut und die Weitsicht loben, mit der wir eine Bibliothek im Zentrum der neuen Stadt gebaut zu haben.“ 
Christine Brunner ist aktiv an der konzeptionellen und baulichen Planung beteiligt. Sie hat die Einführung von RFID in der ersten Großstadtbibliothek Deutschlands begleitet und ist Mitglied in der RFID-Expertengruppe. Im Moment läuft in Stuttgart gerade die Inbetriebnahme des ersten Bücherbusses mit RFID-Selbstverbuchung.

Noch aktuell?

Weitere Informationen unter: www.stuttgart.de/stadtbuecherei

 

Vernetzung von Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken


Was kann Deutschland von der deutschsprachigen Minderheit in Belgien lernen?“
Die Informationskompetenz gehört zu den Kernkompetenzen unserer Zeit. Lorenz Paasch, Projektkoordinator der MediaDG in Belgien sieht es als vorrangige Aufgabe der Schule an, diese Informationskompetenz durch das Erlernen des richtigen Umgangs mit Medien zu vermitteln. Dieses wichtige Lernen ist allerdings auch nur dann möglich, wenn Lehrer und Schüler die verschiedenen Medien in ausreichender Auswahl und Anzahl in der Schule zur Verfügung haben. Denn erst so lernen Schüler kritisch Informationen auszuwählen, zusammenzustellen und zu verarbeiten.

Lorenz Paasch entwickelte das Konzept der Schulmediotheken für die Gymnasien und Sekundarschulen der Deutschsprachigen Minderheit in Belgien und deren Vernetzung mit den Öffentlichen Bibliotheken im Verbund „MediaDG“. Das Ziel dabei war es, der deutschsprachigen Minderheit ein passendes Bibliotheksangebot zu geben. Um Synergien zu erreichen, sollten die eigenen Bestände und die Bestände anderer Bibliotheken im Verbund genutzt werden. Lorenz Paasch setzte das Projekt im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft seit 2002 in Zusammenarbeit mit BOND um. Er zeigte, was möglich ist, wenn man interdisziplinär denkt und handelt.

Die Ergebnisse des Projektes zeigen, wie man Schulbibliotheken und öffentliche Bibliotheken sinnvoll und effizient – und darüber hinaus auch noch grenzüberschreitend – vernetzen kann. Für diese neuen Informationszentren wurden Mediotheken als Teil der Schulen aufgebaut. In den Räumen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Medienformen, PC-Arbeitsplätze mit Internetanschluss und sogar Klassen- und Konferenzräume. Die Nutzung der Bibliothek ist integrativer Bestandteil des Schulunterreichtes. Alle Bibliotheken sind strukturell und inhaltlich miteinander vernetzt. So kann man in jeder Bibliothek auch Bücher bestellen, die in einer anderen Bibliothek des Verbundes vorhanden sind. Ein Büchertransporter fährt jede Woche die einzelnen Bibliotheken ab. Hierfür mussten u.a. einheitliche Nutzungbedinungen geschaffen werden.

Was Öffentliche Bibliotheken, Medienzentren und Schulen von diesem Modell lernen können, wurde plastisch und greifbar durch das Fallbeispiel der MediaDG vermittelt. Bis das Projekt Wirklichkeit wurde, erforderte es eine Menge harte Arbeit und eine hohe Zielorientierung der beteiligten Bibliotheken und aller Beteiligten.

Lorenz Paasch
(Koordinator Schulmediotheken – MediaDG, Belgien)

wuchs im deutschsprachigen Teil Belgiens auf. Seit 1969 ist er Geschichtslehrer am Bischöflichen Gymnasium in St. Vith. Außerdem ist er Mitglied des gewählten Parlamentes der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Mitglied des Stadtrates von Sankt Vith. Die von der deutschsprachigen Minderheit seit den 70 er Jahren erworbene Autonomie im belgischen Staatsverband, ermöglichte die Umsetzung eines eigenen medienpädagogischen Konzepts.

Mehr Informationen unter: www.mediadg.be

 

Mit der eBUECHERHALLE in die Zukunft


eLearning in den Öffentlichen Bibliotheken
Sven Instinske, Leiter Informationsdienste und Wolfgang Tiedtke, Leiter der Portal- und digitalen Dienste der Hamburger Öffentliche Bücherhallen berichteten aus der Praxis über die Möglichkeiten und die Inhalte des jüngsten Projektes der Hamburger Bücherhallen, das neue eLearning-Portal. Sie gaben den Teilnehmern des Bibliotheksleitertages einen Einblick in die Buchung von Kursen, die von Bibliotheksnutzern mit Internetzugang getätigt werden können – unabhängig vom Wohnort. Die E-Bücherhalle ist neben der Zentralbibliothek und den Stadtteilbibliotheken eine eigene Angebotssäule der Bücherhallen und zeigt, wo die Zukunft hingehen wird. Mit den Angeboten der eBuecherhalle – eMedien, eLearning, eLinks, eDatenbanken, eZines und eAuskunft – bieten die Bücherhallen Hamburg ein Portfolio, um ihre Nutzer dort anzusprechen, wo sie sich gerade befinden.

„Ich bin ein Fan der schwarzen Null“, sagte Wolfgang Tiedtke und gab einen Einblick in die wirtschaftlichen Hintergründe dieses neuen Angebotes. Das Konzept für die zukünftigen eServices ist es, die klassischen Dienstleistungen auszubauen und zu ergänzen. Seit Juli ist das eLearning online. Es bietet einen für Bibliotheksnutzer kostenlosen Download von einer wachsenden Zahl von Kursen. Wichtig ist der Online-Zugriff von zu Hause aus. Die eLearning Plattform soll für die Hamburger Bücherhallen eine Basis werden für das zukünftige Lernzentrum zur Vorortnutzung der Kunden in der Bibliothek. Zur Zeit hat das Kursangebot einen Schwerpunkt im Bereich EDV-Trainings und Deutsch als Fremdsprache. Das Lernangebot wird durch weitere Kurse erweitert. Dazu werden im Moment Gespräche mit Verlagen geführt. Die Bücherhallen Hamburg bieten 140.000 Kunden mit Kundenkarten Zugang – ein immenses Kundenpotential für Verlage mit eLearning-Angeboten.
Zusammen mit einem Partner und Spezialisten für eLearning-Plattformen wurde das aktuelle Angebot aufgebaut, das auf einem Shopsystem basiert. Die eLearningPlattform steht weiteren Bibliotheken gegen transparente Kostenrahmen offen. Dresden hat sich bereits beteiligt. Die eLearning-Plattform im Internet-Portal wird als Medienspeicher für das „Lernzentrum“ in der Zentralbibliothek dienen, das Im Frühjahr 2010 mit 50 Lernplätzen in Betrieb gehen wird.

Wolfgang Tiedtke
(Leitung Portal und 
digitale Dienste (Hamburger Öffentliche Bücherhallen))

ist seit 1986 bei den Bücherhallen Hamburg tätig. Zunächst als Leiter einer großen Stadtteilbibliothek, dann als Leiter der Informationsabteilung der Zentralbibliothek und seit 2000 als Leiter der Digitalen Dienste mit seinen diversen eServices. Schwerpunkt seiner Aufgaben ist die Entwicklung und Vermarktung von neuen Bibliotheksdienstleistungen im Bereich eServices.

Sven Instinske
(Leiter Informationsdienste)

ist seit 2003 bei den Bücherhallen Hamburg. Von 2003 bis 2006 leitete er eine Stadtteilbibliothek. Seit 2006 Leitung der Abteilung Informationsdienste der Zentralbibliothek. Verantwortlich für die Implementierung und Weiterentwicklung von virtuellen Dienstleistungen und in diesem Zusammenhang Projektleiter für das neue Lernzentrum in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg.

Weitere Informationen unter: www.buecherhallen.de/ebuecherhalle

 

Bibliotheksleitertag 2008

Am 14. Oktober 2008 veranstaltete BOND den 4. Deutschen Bibliotheksleitertag, der seit 2005 jeweils einen Tag vor der Frankfurter Buchmesse stattfindet. Durch diese Tagung bietet BOND BibliotheksleiterInnen eine Plattform für den Austausch über zukunftsorientierte Praxisthemen. Hochkarätige Referenten und Vorträge machen den Bibliotheksleitertag zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Überlegungen in Richtung Zukunft.

Das Motto der Veranstaltung lautete: Neue Wege für Bibliotheken.

"Gegenwärtig geht ein Ruck durch die Bibliothekswelt. Veränderungen werden jetzt spürbar. Bibliotheken erstellen neue Konzepte, Ziele, Leitbilder und nehmen die Herausforderung an, diese in der Praxis umzusetzen. Dazu braucht man Ideen, Mut und die richtigen Werkzeuge. Wenn Sie vom 4. Bibliotheksleitertag passende Ideen für Ihre erfolgreiche Bibliotheksarbeit und die Impulse für die Umsetzung mitnehmen, dann hat die Veranstaltung Ihr Ziel erreicht."

Spannende Multimedia-Vorträge und Top-Referenten aus dem Bibliothekswesen - So begeisterte der 4. Bibliotheksleitertag am 14. Oktober 2008 wieder nahezu 100 Teilnehmer.

Das waren die Vorträge und Referenten:

 

Wie begeistert man Menschen für Bibliotheken?
Analysen und Strategien


Dr. Jan-Pieter Barbian (Direktor der Stadtbibliothek Duisburg)erläuterte, dass die Öffentlichen Bibliotheken seit mehreren Jahren auf die neuen Herausforderungen mit der Ausweitung und qualitativen Verbesserung ihrer Medienangebote und Dienstleistungen reagieren. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen?

So wie die Gesellschaft heute das „lebenslange Lernen“ als Grundsatz anerkennt, so müssen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Öffentlichen Bibliotheken die ständig sich verändernden Anforderungen wahrnehmen und darauf reagieren.

Bei aller Wertschätzung der fachlichen Kompetenz und der Beherrschung von Methoden eines modernen Managements, mit denen der Nutzen von Bibliotheken nachgewiesen werden kann, wird es allerdings entscheidend auf eine emotionale Komponente ankommen: Wie begeistere ich Menschen für so traditionelle und statische Einrichtungen wie es Bibliotheken nun einmal sind? Denn niemand muss in eine Öffentliche Bibliothek gehen. Aber was können wir tun, damit Menschen unbedingt in eine solche Einrichtung gehen wollen?

Der Vortrag analysierte die komplexe Ausgangssituation und skizzierte mögliche Strategien.

 

Keine Angst vor der Bibliothek 2.0!
Ideen aus dem Web 2.0 auch für öffentliche Bibliotheken


Referent: Patrick Danowski
Informatiker, wissenschaftl. Bibliothekar, wissenschaftl. Angestellter der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Diskussion um die Bibliothek 2.0 steht gerade erst am Anfang. Viele Bibliotheken begegnen den Möglichkeiten des Web 2.0 zunächst noch mit Skepsis.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Vorurteile, Ängste oder einfach die Unkenntnis der Technologien.
Patrick Danowski (hier erst nennen oder schon früher?) leistete hier Aufklärungsarbeit. In seinem Vortrag berichtete er über die Chancen und Grenzen der Bibliothek 2.0. Er stellte eine ganze Reihe von Web 2.0 Werkzeugen vor, und zeigte auf, wie öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken diese kostengünstig für Ihre Arbeit nutzen können.

Auch die Fragen wie können sich Bibliotheken hier fit machen und welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für diese neuen Technologien wurden eingehend behandelt.

 

Zwischen Tradition und Innovation - die Bibliothek der Zukunft


Referentin: Ingrid Bussmann
Bibliotheksdirektorin Stadtbücherei Stuttgart

Ausgehend von der Bedeutung der Bibliothek als realem Ort greift die Bibliothek der Zukunft die Dynamik der Medienentwicklung auf und macht sie als "expanded library" zum integralen Bestandteil der Bibliotheksarbeit.

Die Bibliothek verknüpft die Welt der Buchkultur und die digitale Welt in der Vermittlung "digitaler (Lese)kompetenz". Aus diesem Ansatz entwickelt die Stadtbücherei Stuttgart die Angebote ihrer neuen Zentralbibliothek, die Bibliothek 21. Das neue geistige und kulturelle Zentrum der Stadt bewegt sich in Architektur und Philosophie zwischen Tradition und Innovation.

 

Die Bibliothek aus anderer Sicht


Vereinigung öffentlicher Bibliotheken der Niederlande (VOB), Den Haag

Herr Bruijnzeels sagt in seinem Vortrag, dass die öffentliche Bibliothek eine Antwort auf die gesellschaftlichen Bedürfnisse des 19. und 20. Jahrhunderts ist. Zugleich ist sie ein Institut, eine relativ stabile organisatorische Einheit, mit eigenen Systemen, Mitarbeitern, Finanzmitteln, Gebäuden usw. 
Es sind jedoch gerade diese "stabilen" Aspekte der Bibliothek, die der Aufgeschlossenheit neuen gesellschaftlichen Tendenzen gegenüber eher entgegenwirken.
Nichtsdestotrotz ist Offenheit vonnöten, will man auch in Zukunft nachhaltige Antworten auf die Bedürfnisse der Gesellschaft geben können, denn schon in den vergangenen 10 bis 15 Jahren haben sich diese Bedürfnisse drastisch geändert.
Viele gesellschaftliche Veränderungen kennzeichnen sich durch dieselben Grundmuster. Das Erkennen dieser Muster gibt unseren Überlegungen Richtung. Es verschafft uns Einblick in den dauerhaften Wert der Bibliotheksarbeit und die Veränderungen, die erforderlich sind, um einen neuen strategischen Kurs bestimmen zu können: einen Kurs, der Zukunft hat. 
Diese Ausgangspunkte werden derzeit im Rahmen neuer Projekte untersucht. Als Beispiel die Bibliothek der 100 Talente, ein faszinierend Neues Konzept für Kinderbibliotheken.

 

Die Online-PR der Bibliotheken - Chancen und Realität


Frau Mehmeti (PR-Beraterin, Fachbuchautorin, Diplom-Bibliothekarin und Master of Science (Public Relations, Integrierte Kommunikation)) stellte die Öffentlichkeitsarbeit im virtuellen Raum vor.
Wie Bibliotheken ihre Kommunikation über das Internet optimieren können.

Das Internet stellt neue Ansprüche an die Ausgestaltung der Kommunikation und bietet gleichzeitig innovative Möglichkeiten, die eigene Kommunikation aktiv zu gestalten.

Auch Bibliotheken können sich eines immer umfangreicher werdenden Instrumentariums der Online-Kommunikation bedienen, wenn es darum geht, sich selbst ins rechte Licht zu rücken um zentrale Ziele zu erreichen. Der Vortrag befasst sich mit verschiedenen Aspekten der Öffentlichkeitsarbeit über das Internet. Praxisbezogene Beispiele und informative Untersuchungsergebnisse liefern Anregungen für eine bibliotheksspezifische Online-Kommunikation.

 

Liest Deutschland nach "Deutschland liest..."?
Den "Schubs" ins Rampenlicht nachhaltig nutzen


Referentin: Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin beim dbv, Mitglied des IFLA-Vorstandes

Frau Barabara Schleihagen greift den Titel "Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek" eine Bibliothekskampagne, wie es sie in Deutschland noch nicht gab auf. à weiß nicht ob man das so lassen kann.

Prominente werben auf Plakaten, Anzeigen und Lesezeichen für die bundesweite Aktionswoche. 
Die Bibliotheken bieten eine rekordverdächtige Anzahl von Events an.

Kurz vor der Aktionswoche wirft Barbara Schleihagen brandaktuell einen Blick auf die Chancen, Hintergründe, Ziele und Hoffnungen dieser Kampagne. Sie beleuchtet interessante Ereignisse im bisherigen Verlauf und zeigt wie Bibliotheken den "Schubs ins Rampenlicht" nachhaltig nutzen können.

 

Bibliotheksleitertag 2007

Am 9. Oktober 2007 fand direkt vor der Frankfurter Buchmesse, der 3. Deutsche Bibliotheksleitertag statt. Mehr als 110 Teilnehmer verfolgten die interessanten Vorträge namhafter Persönlichkeiten aus dem Bibliothekswesen.

Der Dritte Deutsche Bibliotheksleitertag 2007 stand unter dem Motto: Was sich ändert bleibt! So nutzen Bibliotheken aktiv die Chancen des Wandels.

Frau Susanne Riedel, die Vorsitzende des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V., führte als Moderatorin gekonnt und charmant durch das Programm.

 

Vorträge und Referenten:

Wer hat Angst vor der Digitalisierung?
Jens Redmer (Director Google Book Search - Europe, Middle East, Africa, Russia)

Jens Redmer leitete seinen Vortrag mit der Geschichte vom Buchdruck bis zur heutigen Entwicklung der Digitalisierung ein. (unsicher, ob man das so lassen kann) Vor sechs Jahrhunderten benutzte ein bescheidener deutscher Metallarbeiter eine wackelige Weinpresse, einige Metallteile, Holz und eine Tinte auf Ölbasis, um eine der größten Erfindungen der Menschheit zu bauen. Die Druckpresse machte Gutenberg nicht reich – aber sie verbesserte den Zugang der Menschen zu Informationen dramatisch.

Die Digitalisierung bietet heute eine ähnliche Chance. Das Internet hat viele der Barrieren beseitigt, die zwischen Nutzern und Informationen bestehen: Der Zugriff auf das Wissen der Menschheit wird wirkungsvoll demokratisiert. Einfach nur durch die Eingabe einiger Suchbegriffe in einen Computer ist es möglich, über fast jedes Thema Informationen zu finden.

Die Google Buchsuche bietet die Möglichkeit Millionen von Büchern, die heute weltweit existieren, durchsuchbar und auffindbar zu machen. Wir möchten die Grenzen des menschlichen Wissens ausdehnen, indem wir mehr Menschen in die Lage versetzen,
mehr Bücher in mehr Sprachen zu finden.

Die Google Buchsuche ist der elektronische Kartenkatalog des 21. Jahrhunderts, der das Auffinden von Büchern erleichtert.
Sie ist kein Ersatz für den Kauf von Büchern oder das Lesen in einer Bibliothek.

Die Digitalisierung bringt natürlich überall auf der Welt Veränderung – Veränderung nicht nur in der Geschäftswelt, sondern auch in der Gesellschaft. Google hat diese Herausforderung erkannt: Das ist der Grund, warum wir partnerschaftlich mit der Verlagsindustrie zusammenarbeiten, um den größtmöglichen Nutzen aus den faszinierenden Chancen zu ziehen, die die Digitalisierung bietet.

Die Google Buchsuche hat sich als sehr populär und gleichzeitig kontrovers erwiesen.
In dem Vortrag werden die damit verbundenen Fragestellungen verdeutlicht und mit einigen der Mythen aufgeräumt, die sich um die Digitalisierung von Inhalten gebildet haben.

Veränderung braucht Personal
Changemanagement in Bibliotheken als Führungsaufgabe

Herr Meinhard Motzko (Sozialwissenschaftler und QM Auditor) beantwortete in seinem Vortrag folgende Fragen: Auf welche Verhaltensmuster stoßen wir, wenn es um nachhaltige Veränderungen geht? Was sind die speziellen “Angstmacher” in Bibliotheken? Und welche Qualifikationen braucht es, mit den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen umzugehen – übrigens nicht nur bei den Führungskräften?
Neben einer thesenartigen Zusammenstellung der Ausgangsbedingungen für Innovationen im Bibliothekswesen wurde in diesem Vortrag vor allem um methodische Vorschläge zum Veränderungsmanagement gehen:

  • Die Ausgangsbedingungen analysieren und prognostizieren.
  • Die Auftraggeber und den Auftrag klären.
  • Konzeptionelle Grundlagen der Arbeit schaffen – Führen nach Zielen.
  • Klare Aufgaben- und Anforderungsprofile erarbeiten.
  • Die Rahmenbedingungen flexibler gestalten.
  • Die Qualifikationen an die Aufgaben anpassen.
  • Die Arbeit regelmäßig evaluieren und Leistungen wertschätzen.
  • Führung ernst nehmen und methodisch absichern.

Denn "Ruhe" wird nie wieder einkehren – das wäre nämlich Stillstand.

Der Weg zur "Hauptrolle Bibliothek" im Informationszeitalter
Der aus den Niederlanden stammende Bastiaan Zwaan (Autor von "Risen - Why Libraries are here to stay", Geschäftsführer der Medialab Solutions) wagte in seinem Vortrag einen Ausblick auf die Bibliotheken 2012. Er malte zunächst ein Schreckenszenario in dem Bibliotheken verschwinden, der Informationszugang von einer Elite kontrolliert wird und Benutzer zunehmend naiver werden und Dinge nicht mehr in Frage stellen.

Um dieses Szenario zu vermeiden, muss die Bibliothek bereits heute eine wichtige Rolle als Informationsvermittler übernehmen. Die Bibliotheken haben beste Voraussetzungen diese Herausforderung zu meistern. Bastian Zwaan zeigte welche 4 Schlüsselelemente dabei wichtig sind und wie Bibliotheken diese nutzen können.

Von Begeisterung bis Existenzangst
Wie erleben die Bibliotheks-Mitarbeiter den Wandel?

Frau Dr. Ulrike Unterthurner, Leiterin der Stadtbibliothek Dornbirn in Österreich erläuterte in ihrem Vortrag, dass Veränderung auch heißt Abschied nehmen von liebgewordenen Konzepten, Arbeitsweisen, (Bibliotheks-)Träumen, KollegInnen. Und aller Abschied ist schwer...

Eine der anspruchvollsten Führungsaufgaben ist es, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Veränderungen zu begleiten. Denn in einem Veränderungsprozess sind wir mit unterschiedlichen Gefühlen und Verhaltensweisen aller Beteiligten konfrontiert: Ärger und Wut, Trauer und Kränkungen, Stressreaktionen, Burnout, Zynismus, Widerstand, innere Kündigung. Ob wir wollen oder nicht: Wir müssen diese Gefühle zur Kenntnis nehmen und darauf angemessen reagieren.

Wie können wir als BibliotheksleiterInnen in einem solchen Prozess unser Team unterstützen? Wie können wir uns selber steuern? Und wie schaffen wir es, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen und uns auf "das Neue" einzulassen? Mit diesen
Fragen beschäftigten wir uns im Rahmen des Vortrags von Ulrike Unterthurner, bei
dem der Fokus auf psychosozialen Änderungsprozessen liegt.

Vom letzten Buch. Literarische und andere Prognosen zur Zukunft der Printmedien
Der Vortrag von Herr Dr. Georg Ruppelt (Ltd. Bibliotheksdirektor der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover, ehem. Sprecher des BID) beschäftigte sich mit Voraussagen über die Zukunft des Buches und der Zeitung in prospektiver Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen jeweils neuer Medien wurde den Papiermedien das baldige Aus prophezeit ("Das Ende des Buches", so ein Titel von 1896). Rabenschwarz wurden die Prognosen, als seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts der herkömmliche Bleisatz aus den Druckereien verschwand und die Computer die Welt eroberten.

Ruppelt wendete sich am Schluss seines literarischen Ausflugs mit der provokanten These an die Berufskollegen, in allen Sparten des Bibliothekswesens - gerade im Hinblick auf die Buchkultur - bildungsnahe Schichten stärker ins Blickfeld zu nehmen.

Moderation des 3. Deutschen Bibliotheksleitertages
Wie bereits 2005 übernahm die Moderation des Bibliotheksleitertages Frau Susanne Riedel, Vorsitzende des "Berufsverbandes Information Bibliothek" (BIB).

Beim BIB setzte Sie sich Unter dem Motto "Integration und Förderung nach innen, Profilbildung und Interessenvertretung nach außen" für Menschen und Bibliotheken ein: als Netzwerk für den fachlichen Austausch und die Identifikation, mit bedarfsgerechter Fortbildung und mit aktiver Beteiligung an politischen Entwicklungen.

 

Bibliotheksleitertag 2006

Der 2. Deutsche Bibliotheksleitertag in 2006 stand unter dem Motto: "Die kundenorientierte Bibliothek - Zukunftssicherheit durch Qalität in Angebot und Prozessen".

Moderiert wurde die Tagung durch Frau Prof. Dr. Lux.

Vorträge und Referenten:

"Dafür haben wir kein Geld -
QM-Systeme in Bibliotheken unter dem Diktat der leeren Kassen "

Warum geht in Deutschland nicht, was in Südtirol, Russland, Ukraine, Usbekistan, usw. geht? Oder wollen wir nicht so richtig?

Am Beispiel der Qualitätssicherungssysteme für Bibliotheken in den o.a. Ländern soll eine Alternative zu extern zertifizierten Qualitätsmanagementsystemen in Bibliotheken aufgezeigt werden. Verbindliche Standards entwickeln, regelmäßige Audits von und für Kolleginnen und Kollegen und Kopplung der Ressourcen an erfüllte Leistungen. Das ginge auch in Deutschland! Wenn man das wollte......, wie erste Versuche auch zeigen. Und das auch noch ohne ständig wiederkehrende externe Kosten.
Auf die Diskussion freute sich Meinhard Motzko, Sozialwissenschaftler und QM Auditor (TÜV), der die genannten Systeme in ihrer Entwicklung begleitete und im Bibliothekswesen inzwischen kein Unbekannter mehr ist.

Referent: Herr Meinhard Motzko à noch oben einbinden!

Welches Verhältnis von Personal und Sachkosten ist angemessen?
Trotz der Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung infolge der Haushaltsrechtsreform bleibt diese wichtige Frage meist offen.

In seinem Vortrag präsentierte Prof. Dr. Umlauf zum einen Modellrechnungen zum Thema und diskutierte Strategien, Vorteile und Risiken auch am Beispiel der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam.

Diese war im Zusammenhang mit der Zwangslage der Haushaltskonsolidierung Gegenstand eines externen Gutachtens. Das Gutachten zeigte u.a. Wege zu einem Bestandsaufbau mit reduziertem Personal bei erhöhtem Erwerbungsetat.

Ko-Referentin Frau Mattekat (Direktorin der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam) hat u.a. über die kommunalpolitische Wirkung des Gutachtens berichtet.

Serviceoase Bibliothek?
Kundenorientiertes Marketing am Beispiel der Stadtbücherei Würzburg

Frau Dr. Hannelore Vogt begann ihren Vortrag mit folgendem Satz: “Ein zufriedener Kunde ist der beste Werbe- und Imageträger. Die Wirtschaft hat dies längst erkannt und entsprechend darauf reagiert. Auch für Bibliotheken gehören Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zu den Zukunftsaufgaben.“

Der Vortrag gab eine knappe Einführung in die Grundlagen der Kundenorientierung und stellte kurz einige Methoden zur Optimierung der Kundenorientierung vor.
Dabei wurden u.a. Themenbereiche wie Lese- und Bildungsförderung, Imagebildung, Vernetzung und Kooperation mit unterschiedlichsten Partnern und Bildungsträgern sowie Sponsoring und Lobbyarbeit angesprochen. 
Die Referentin, Bibliotheksdirektorin in Würzburg, gabt einen sehr praxisorientierten Einblick in die Arbeit der "Bibliothek des Jahres 2003" mit zahlreichen Anregungen und Beispielen.

"Mehr Kundenzufriedenheit durch ISO-Zertifikat?
Ein Bericht aus der Praxis"

Herr Dr. Alwin Müller-Jerina berichtete, dass 2004 sich die Stadtbibliotheken Dormagen, Erkrath, Leichlingen, Neuss, Krefeld und Wesel entschlossen haben, einen Qualitätsmanagement-Verbund zu gründen und nach ISO 9001 sich 2000 zertifizieren zu lassen. Ziel war und ist es, die Bibliothekskunden noch stärker als bisher in den Mittelpunkt der Bibliotheksarbeit zu rücken. Die Anforderungen der Kunden sollen den Maßstab für Management-Entscheidungen bilden - und dies nicht nur bei größeren Vorhaben, sondern vor allem bei den vielen kleinen Dingen, die die Zufriedenheit der Kunden ausmachen.

In 18 Monaten haben die Bibliotheken das Qualitätsmanagement-System eingeführt. Im Februar 2006 wurde der Verbund durch den TÜV-Süd geprüft und zertifiziert. Durch das System-Audit wurde den Bibliotheken bestätigt, dass das eingeführte Qualitätsmanagement-System die Kunden in den Mittelpunkt der Bibliotheksorganisation rückt und die Arbeitsabläufe wirksam steuert.

Der Vortrag beschrieb den derzeitigen Stand des Qualitätsmangement-Systems im Verbund sowie in der Stadtbibliothek Neuss und gibt beispielhaft Einblicke in die des Qualitätsmanagements in die Praxis. Schließlich wurde auf die Vor- und Nachteile einer Gruppenzertifizierung eingegangen.

 

 

Innovation von Dienstleistungen durch Kooperation
Herr Ton van Vlimmeren stellte in seinem Vortrag Fragen wie: Wie haben sich die Bedürfnisse von Bibliothekskunden in den Niederlanden geändert?
Und wie haben die Bibliotheken darauf reagiert?
Was können wir von der Zusammenarbeit der Bibliotheken in den Niederlanden lernen?
Diese und weitere Fragen beantwortete Ton van Vlimmeren in seinem Vortrag über innovative Dienstleistungen in unserem Nachbarland.

Ton van Vlimmeren arbeitete als Psychologe und Leiter von Bildungsinstituten und öffentlichen Schulen, bevor er 1995 Direktor der Stadtbibliothek Utrecht (NL) wurde.

Er war Vize-Präsident des Vereins Öffentlicher Bibliotheken in den Niederlanden, Mitglied im Lenkungsausschuss für die Neustrukturierung der Bibliotheken in den Niederlanden, Mitglied des Netzwerks Öffentliche Bibliotheken der Bertelsmann Stiftung und Präsident des Public Libraries International Network.
2005 verließ er die Bibliothekswelt und wurde in Utrecht Direktor für den Bereich Stadtentwicklung und Immobilien.

 

Bibliotheksleitertag 2005

Am 18. Oktober 2005, direkt vor der Frankfurter Buchmesse, veranstaltete BOND den 1. Deutschen Bibliotheksleitertag in Frankfurt. Die Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Erfolgreiches Bibliotheksmanagement in schwierigen Zeiten" war bereits lange Zeit im Voraus restlos ausgebucht!

Mehr als 120 Teilnehmer verfolgten die interessanten Vorträge namhafter Persönlichkeiten aus dem Bibliothekswesen. Die spannenden Fach- und Erfahrungsberichte waren gespickt mit frischen Ideen, außergewöhnlichen Denkanstößen und wertvollen Tipps für die eigene Bibliotheksarbeit. In Diskussionsrunden hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Meinungen und Anliegen einzubringen. Selbstverständlich wurde die Veranstaltung auch rege zum Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken genutzt. Frau Susanne Riedel, die Vorsitzende des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V., führte als Moderatorin gekonnt und charmant durch das Programm.

Moderation: Susanne Riedel, Vorsitzende des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V.

Hier eine Auswahl des schriftlichen Feedbacks der Teilnehmer zur Veranstaltung:

"So eine Initiative hat schon lange gefehlt!"
"Vorträge und Referenten waren alle hochkarätig - klasse!"
"Es war eine abwechslungsreiche Veranstaltung in freundlicher
Atmosphäre mit guter Moderation."
"Guter Zeitpunkt: Verbindung mit Frankfurter Buchmesse"
"Gute Organisation, ausgefüllter Fortbildungstag"
"Kompliment für den Bibliotheksleitertag! Damit hat BOND 
ein Zeichen gesetzt, einen Pflock eingeschlagen."

Das durchweg positive Feedback der Teilnehmer überzeugte BOND, auch im nächsten Jahr wieder diese Veranstaltung durchzuführen. Der Zweite Deutsche Bibliotheksleitertag wird am 4.10.2006 stattfinden.

Vorträge

Bestands- und Erwerbungsmanagement


Herr Prof. Dr. Umlauf der Humboldt-Universität Berlin erläuterte, wie man mithilfe von Kennziffern bestandspolitische Ziele formulieren und den Grad der Zielerreichung überprüfen kann.

EDV-Systeme erlauben heute, eine Vielzahl von Kennziffern zum Bestand, zur Bestandsstruktur und Bestandsnutzung zu ermitteln. Dabei tauchten Fragen auf, wie z.B.Was genau sagen die Kennziffern aus? Welche Kennziffern werden wirklich gebraucht? Welche Kennziffern sollte man regelmäßig, welche gelegentlich ermitteln?

Gerade in Zeiten knapper Kassen kommt es darauf an, ein klares Profil zu formulieren und den Bestandsaufbau daran auszurichten. Welche Rolle spielen Kennziffern in diesem Prozess?

 

Bibliotheksmodell Helsinki - Veränderung ist ein Zustand


Frau Berndtson der Stadtbibliothek Helsinki informierte in ihrem Bericht über die Entwicklungsarbeit die in der Stadtbibliothek in Helsinki geleistet wurde und wie sie Visionen verwirklicht. Sie zeigte dieses an Beispielen einer Vision aus dem Jahr 2000 und der Vision aus 2005. Wo sind die Unterschiede und was wurde warum geändert. 
Fr. Berndtson zeigte wie wichtig der Mix aus Veränderungen, Weiterentwicklung aber auch Kontinuität und Beständigkeit für die erfolgreiche Bibliotheksarbeit ist.

 

Alternative Finanzierung von Öffentlichen Bibliotheken


Ein Praxisbericht aus der Stadtbibliothek Köln.

Dr. Horst Neißer der Stadtbibliohtek Köln infomierte in seinem Vortrag darüber, dass die Stadtbibliothek seit Jahren verschiedene Modelle einer ergänzenden Finanzierung über Sponsoring, Fundraising, Fördervereine, Werbung u.ä. ausprobiert. Dabei wurden sowohl die Möglichkeiten, als auch die Grenzen dieser gerade von Politikern immer wieder geforderten "Geldbeschaffung" deutlich.
In dem Vortrag wurde dargestellt, welche Regeln beachtet und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Mit welchen Größenordnungen an Einnahmen ist tatsächlich zu rechnen? Auf welche Schwierigkeiten und Probleme muss man sich vorbereiten? Welche positiven Nebeneffekte treten bei derartigen Aktionen auf?

Ein Thema, mit dem sich wohl jede Öffentliche Bibliothek irgendwann auseinandersetzen muss.

 

Neue Chancen durch freieres Handeln


Herr Klaus-Peter Böttger von der Stadtbibliothek Mülheim leitete seinen Vortrag ein indem er sagte, dass die Euphorie der Neuen Steuerung vielerorts nachgelassen hat. Dennoch sind alternative, von der Form des Regiebetriebs abweichende Rechts- und Betriebsformen entwickelt und finden Verbreitung.

In unterschiedlicher Präsent hat sich eine Bandbreite entwickelt, mit denen Bibliotheken konfrontiert sind. 
In dem Vortrag sollte die Bandbreite der öffentlich-rechtlichen Formen dargestellt und gegen privat-rechtliche abgegrenzt werden. Besonders die Chancen und Risiken wurden offen angesprochen, um auf Gefahren, aber auch insbesondere die finanziellen Spielräume aufmerksam zu machen.

 

Bibliotheks-Branding - Was macht die Stadtbücherei Heidelberg zur Marke


Frau Regine Wolf-Hauschild von der Stadtbibliothek Heidelberg stellte dar, dass seit langem  die Stadtbücherei Heidelberg in der obersten Liga der Großstadt-Bibliotheken spielt. Mehrmals vorgeschlagen zur Bibliothek des Jahres, erste Plätze seit Bestehen des Bibliotheksindex- BIX sind nur ein Zeugnis dafür. 
Die Leiterin dieser erfolgreichen Institution gab Einblicke in die Werkstatt des Heidelberger Bibliotheksteams, das zur Zeit seine 100jährige erfolgreiche Geschichte aufarbeitet, jährlich von über 700 000 Menschen aufgesucht wird und immer wieder neue Wege auch in der Verwaltungsstruktur Heidelbergs auslotet und mit Partnern verwirklicht.

Programmarbeit von Bibliotheken

 

Außendarstellung und Programmarbeit von Bibliotheken


Herr Seefeldt von dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz verdeutlichte in seinem Vortrag, in welchem Maße die Professionalisierung der Außendarstellung zum Aufbau eines guten Images und die integrative Einbindung aller Maßnahmen einer vielfältigen Programmarbeit die tragenden Säulen eines Marketing-Konzepts der Bibliothek bilden müssen.

Frage-Stellungen waren: In welchen Bereichen die öffentlichen Meinung über Bibliotheken und Bibliothekare bedarf es einer Imageverbesserung? Was ist zu tun, damit die gewünschte nachhaltige Wirkung zur Steigerung der Außenwirkung bei Trägern, den Medien und allen weiteren Adressaten eintritt? 
Vorgestellt wurde auch, dass hierzu ein inhaltlich aufeinander abgestimmtes, gestuftes System von zielgruppenorientierten Veranstaltungsreihen zu konzipieren ist. 
Programmarbeit und Public Relations sind sinnvollerweise in dem kulturellen, pädagogischen und sozialen Netzwerk einer Stadt bzw. Region zu verankern.

 

Das Unmögliche schaffen...


Die Einrichtung einer modernen Bibliothek war bisher für die rheinland-pfälzische Gemeinde Böhl-Iggelheim undenkbar. Weder die finanziellen Mittel noch das Interesse der Entscheidungsträger waren vorhanden.
Trotzdem hat Michael König, Geschäftsführer der BOND GmbH & Co. KG sich das scheinbar unerreichbare Ziel gesetzt, die Einrichtung einer modernen Vorzeige-Bibliothek in seiner Heimatgemeinde zu erreichen.

Wie intensive Überzeugungsarbeit, kreative Ideen, Kontaktpflege, Beharrlichkeit und Ausdauer nun zum Erfolg führten gab Michael König in seinem spannenden Praxisbericht an die Teilnehmer weiter.