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VIAF®

Die Virtual International Authority File (VIAF) ist ein internationaler Dienst, der einen einfachen Zugriff auf die weltweit größten Normdateien mit Personendaten ermöglicht. Für die Gründer dieses Projekts bildet VIAF einen weiteren Baustein für das semantische Web, durch den die Ansetzung von Personennamen in die bevorzugte Sprache und die bevorzugten Schriftzeichen des jeweiligen Webbenutzers umgewandelt wird. VIAF begann als gemeinsames Projekt der Library of Congress (LC), der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der Bibliothèque nationale de France (BNF) und OCLC. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich daraus eine Kooperation zwischen immer mehr nationalen Bibliotheken und anderen Institutionen entwickelt.

Seit VIAF Anfang 2012 als OCLC-Service fungiert[i], ist die Anzahl der Agenturen, die sich als VIAF-Partner beteiligen, von 19 Agenturen in 22 Ländern auf 34 Agenturen in 29 Ländern gestiegen (Stand Juli 2014). Bei 24 der VIAF-Partner handelt es sich um nationale Bibliotheken. Weitere 11 nationale Bibliotheken stellen VIAF Daten über staatliche Bibliotheksagenturen, Konsortien oder andere Partnerschaften bereit. Damit sind in VIAF insgesamt 35 nationale BIbliotheken aus 30 Ländern vertreten.

Viele große Bibliotheken führen Listen mit Namen von Personen, Körperschaften, Konferenzen und Orten sowie Listen zum Verwalten von Werken und anderen Entitäten. Diese Listen oder Normdateien werden von den verschiedenen Bibliotheken weltweit unterschiedlich geführt und verwaltet. Die Unterschiede werden vor allem deutlich, wenn die Bibliotheksdaten verschiedener Bibliotheken in gemeinsamen Katalogen zusammengefasst werden, z. B. bei WorldCat von OCLC.

[i] VIAF ging aus einer gemeinsamen experimentellen Zusammenarbeit der United States Library of Congress (LC), der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der französischen Nationalbibliothek (Bibliothèque nationale de France oder BnF) und OCLC hervor und wurde Anfang 2012 in einen OCLC-Service umgewandelt.

Zeitleiste

  • Im April 1998 starteten die Library of Congress (LC) der USA, die Deutsche Nationalbibliothek und OCLC eine Machbarkeitsstudie, bei der sie die Verknüpfung von Personennamensätzen aus der jeweiligen Normdatei testen wollten.
  • Das VIAF-Konsortium wurde im August 2003 durch ein schriftliches Übereinkommen zwischen LC, DNB und OCLC gegründet. Der entsprechende Vertrag wurde bei der 69. IFLA-Konferenz in Berlin unterzeichnet.
  • Die Bibliothèque nationale de France (BnF) trat dem Konsortium am 5. Oktober 2007 bei.
  • Diese vier Organisationen – LC, DNB, BnF und OCLC – waren die Hauptakteure im Konsortium und trugen gemeinsam die Verantwortung für VIAF. Dabei kümmerte sich OCLC um die Abläufe und stellte die Software bereit, während die anderen Institutionen Normdaten und bibliografische Daten lieferten. Weitere Institutionen traten dem Konsortium später als Lieferanten von Norm- und Titeldaten bei und trugen mit ihren Fachkenntnissen zur Weiterentwicklung von VIAF bei.
  • Nachdem sich das Konzept des VIAF als erfolgreich erwiesen hatte, begannen die Hauptakteure 2010, über die geeignete Organisationsform für eine längerfristige Zusammenarbeit zu diskutieren. Nach dem Abwägen verschiedener Möglichkeiten stimmten die Hauptakteure und die anderen Teilnehmer überein, VIAF in einen OCLC-Service zu überführen. 2011 wurden Details des Übergangs diskutiert und abgestimmt, und 2012 wurde schließlich mit der Überführung begonnen.

Die VIAF (Virtual International Authority File) vereint mehrere Personennamendateien in einem einzigen Personennamensdienst, der von OCLC gehostet wird. Ziel des Dienstes sind die Senkung der Kosten und die Steigerung des Nutzwerts von in Bibliotheken verwendeten Normdateien durch Abgleich und Verknüpfung gängiger Normdateien und die Online-Bereitstellung dieser Informationen.

Dienstverfügbarkeit

  • VIAF-Dienst (Virtual International Authority File)

    Überall erhältlich

Weitere Infos

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