OCLC Members Council diskutiert Probleme, die alle Bibliotheken weltweit betreffen
DUBLIN, Ohio, USA, 21. Mai 2009 – Vom 17. bis 19. Mai kam in Dublin, Ohio, das OCLC Members Council zusammen, um die Beschlüsse zur Umsetzung der bereits genehmigten Global bzw. Regional Councils zu verabschieden. Nicht zuletzt bot diese letzte Sitzung des Members Council auch Gelegenheit, die Leistungen der vergangenen 31 Jahre zu würdigen.
OCLC hat eine neue Leitungsstruktur eingeführt, die der wachsenden Anzahl angeschlossener Bibliotheken und Kulturinstitutionen auf der ganzen Welt eine bessere Einbindung in den Verbund ermöglichen soll.
Am 20. Mai 2008 verabschiedete das Members Council auf Empfehlung des Board of Trustees verschiedene Änderungen am Gesellschaftervertrag und der Satzung. Diesen Änderungen zufolge wird das derzeitige Members Council durch ein Global Council abgelöst, das zukünftig die Arbeit mit den Regional Councils koordinieren wird.
Damit ersetzt das neue Global Council das Members Council, das seit 1978 als Führungsgremium des OCLC-Bibliotheksverbunds fungiert. Jan Ison, Executive Director des Lincoln Trail Libraries System wird Präsident des Global Council. Jennifer Younger, Edward H. Arnold Director der Hesburgh Libraries an der University of Notre Dame, wurde zur Vizepräsidentin bzw. zur Präsidentin der nächsten Amtszeit gewählt.
Die Vorsitzenden der Regional Councils werden Teil des Exekutivausschusses sein. Chew Leng Beh, Senior Director of Library und Professional Services und Director von SILAS, dem National Library Board von Singapur, wird den Vorsitz des Regional Council für Asien und den Pazifik einnehmen. Patrick Wilkinson, Bibliotheksdirektor an der University of Wisconsin – Oshkosh Library, wird dem Regional Council für Nord- und Südamerika vorstehen, und Berndt Dugall, Leiter der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main übernimmt den Vorsitz des Regional Council für EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika). Weitere Mitglieder im Exekutivausschuss des Global Council sind: Anne Prestamo, Associate Dean/Collection & Technology Services der University Libraries an der Oklahoma State University (Nord- und Südamerika); Vic Elliott, Director, Scholarly Information Services & University Librarian an der Australian National University (Asien und Pazifik) und Poul Erlandsen, Head, Document Access Services & Collection Management der National Library of Education an der Danish University of Education (EMEA).
„Ganz gleich, ob wir als Angehörige des Members Council, des Global Council oder der Regional Councils arbeiten, unsere Vertrautheit mit den Produkten und Diensten, die OCLC für unsere Bibliotheken und Nutzer bereitstellt, muss erhalten bleiben“, sagte Loretta Parham, Präsidentin des Members Council und Library Director und CEO der Robert W. Woodruff Library am Atlanta University Center.
Unter anderem wurde während des Meetings die Neudefinition der OCLC-Mitgliedschaft diskutiert: „Jede Bibliothek oder sonstige Archiveinrichtung, die sich mit dem OCLC-Werten der Zusammenarbeit und gemeinsamen Nutzung identifiziert, ist willkommen. Institutionen rund um die Welt können Mitglied von OCLC werden, indem sie sich vertraglich verpflichten, geistige Inhalte beizutragen oder Ressourcen freizugeben. Unser Verbund wird vor allem durch die Vielfalt seiner Mitglieder in Bezug auf Standort, Einrichtungstyp oder Größe bereichert.“ Über diese Definition wird das OCLC Board of Trustees auf seiner Sitzung im Juni beraten.
Das Members Council hat den organisatorischen Rahmen für die drei Regional Councils genehmigt, nämlich jeweils ein Regional Council für Nord- und Südamerika, für EMEA sowie für Asien und den Pazifik. Durch die Teilnahme an den Regional Councils können Mitglieder Beschlüsse einbringen, die dann direkt der OCLC-Geschäftsführung vorgelegt werden. Das Global Council erhält ein Mitspracherecht bei Ernennungen zum Board of Trustees und bei Änderungen der OCLC-Grundsatzdokumente. Anfragen und Vorschläge aller OCLC-Mitglieder gehen über die Regional Councils.
„Diese Veränderung wird es einer größeren Anzahl von Organisationen rund um die Welt ermöglichen, direktes Feedback an OCLC zu geben“, meinte George Needham, Vizepräsident, OCLC-Mitgliederbetreuung. „Wir sind schlicht darauf angewiesen, dass die uns angeschlossenen Bibliotheken, Museen und Archive uns helfen, zukunftsträchtige Ideen für die Informationsdienste zu formulieren und zu entwickeln.“
Jedes Regional Council wählt einen Vorsitzenden und Verwaltungsleiter, die in Zusammenarbeit mit OCLC mindestens ein Mal im Jahr eine Sitzung durchführen. OCLC unterstützt diese Sitzungen, bei denen alle Mitglieder der betreffenden Region sich an den Diskussionen beteiligen, Vorschläge einbringen und über Beschlüsse, die sich auf den Verbund beziehen, abstimmen können.
Berichte und Präsentationen
„Ich nahm im Mai 1998 an meiner ersten Sitzung des damaligen Users Council teil. Das Thema der Sitzung lautete 'Internationalisieren: Die Bedeutung der OCLC-Mitgliedschaft in der globalen Bibliotheksgemeinde'.“ sagte Jay Jordan, Präsident und CEO von OCLC. „Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von OCLC, von den Gründern des Verbunds in Ohio zum landesweiten Netzwerk von 1978 bis hin zu OCLCs internationalem Format von heute. Je mehr Bibliotheken und Einrichtungen zum kulturellen Erbe dem OCLC-Netzwerk beitreten, umso besser.“
Jordan ging auf einige der Services ein, die das Members Council im Lauf der Jahre OCLC zu entwickeln half, wie z. B. WorldCat Local. Mit der Ankündigung, einen Fokus zukünftig auf Cloud Computing für Bibliotheksmanagementsysteme zu legen, macht OCLC einen wichtigen Schritt für die Bibliothek der Zukunft. Die Pilotierung dieser neuen Entwicklung beschränkt sich zunächst auf den US-amerikanischen Markt und soll in etwa zwei bis drei Jahren auch für europäische Kunden zur Verfügung stehen.
„Unsere Strategie, Bibliotheksmanagementsystemen zu Web-Scale zu verhelfen, basiert auf OCLCs 40-jähriger Geschichte von Innovation und Kooperation,“ sagte Jay Jordan, President und CEO von OCLC. „Auf der Basis von WorldCat wollen wir jetzt die Kooperationsstrategie ausweiten, um die Kosten für Bibliotheksmanagementfunktionen wie z.B. Ausleihe und Erwerbung weiter zu senken.“
Jennifer Younger, Director der Hesburgh Libraries an der University of Notre Dame und Vorsitzende des "Review Board on the Principles of Shared Data Creation and Stewardship", stellte einen Bericht zur gegenwärtigen Arbeit des Review Board vor. In dem Bericht an das Council empfahl der Prüfungsausschuss, die vorgeschlagene Richtlinie zurückzuziehen und einen neuen Entwurf auszuarbeiten. „Wir können bestätigen, dass an sich ein Bedarf für die Policy besteht, allerdings nicht in dieser aktuellen Form“, kommentierte Younger. Bis eine neue Policy unter Dach und Fach ist, sollte OCLC, so die Empfehlung des Review Board, die Gültigkeit der "Guidelines for the Use and Transfer of OCLC-Derived Records" vom 16.11.1987 bestätigen.
Die neue Richtlinie sollte auf klar formulierten Grundsätzen aufbauen, Vertrauen unter Mitgliedern und Partnern durch den Aufbau von auf WorldCat basierende Strategien schaffen und Innovation fördern, so der Bericht des Prüfungsausschusses.
Feedback zum Bericht des Review Board kann abgegeben werden unter http://community.oclc.org/reviewboard. Der Prüfungsausschuss wird für die Tagung des Board of Trustees im Juni einen Entwurf vorlegen und plant die Vorlage der endgültigen Fassung bis Ende Juni. Eine Videoaufzeichnung der Vorstellung des Berichts durch Jennifer Younger findet sich unter http://vidego.multicastmedia.com/player.php?p=v07n97t9.
Anne Beaubien, Director der Cooperative Access Services an der University of Michigan Library und Vorsitzende des "Rethinking Resource Sharing Steering Committee", einem Ausschuss zur kompletten Neugestaltung der gemeinsamen Ressourcennutzung durch Bibliotheken, präsentierte einen Bericht vom Forum „Resource Sharing, Looking to the Future“, das bei OCLC Anfang Mai stattfand.
Beaubien vertrat die Ansicht, dass es an der Zeit ist, die Ansätze für Resource Sharing neu zu überdenken, und zwar aus mehreren Gründen: Das Internet hat die Benutzerwartungen verändert; die meisten Menschen arbeiten außerhalb des Bibliotheksgefüges; jeder verwaltet Informationen auf seine eigene Art; die Nutzung mobiler Geräte nimmt stetig zu; und das Verlagswesen wandelt sich auch. Falls Bibliotheken die gemeinsame Nutzung von Ressourcen verbessern möchten, müssen sie sich auf die Bedürnisse der Nutzer konzentrieren, ihre Dienste auch außerhalb der Bibliothek anbieten, nach brauchbaren Modellen außerhalb der Bibliotheken suchen, die Benutzerzufriedenheit messen und anbieterneutral bleiben. Bibliotheken sind gut beraten, durch innovative Services beim Resource Sharing die Benutzererwartungen zu erfüllen, so Beaubien.
Die Delegierten nahmen an einer Podiumsdiskussion zu globalen Fragen teil, mit Graham Jefcoate, Directeur Universiteitsbiblioteek an der Radboud Universiteit Nijmegen als Vorsitzendem und den Podiumsmitgliedern Vic Elliott, Director für Scholarly Information Services und University Librarian an der Australian National University; Beth Barlow, Chief Librarian an der Surrey Public Library, und Robin Murray, Vice President für OCLC Global Product Management. In weiten Teilen konzentrierte sich die Diskussion auf die aktuelle Konjunktur, ihre Auswirkungen auf Bibliotheken und Bibliotheksdienste sowie auf die Frage, wie OCLC den Bibliotheken durch innovative Services und Kooperation zur Seite stehen kann.
Des Weiteren wurden dem Council Mitarbeiterberichte zu folgenden Fragen präsentiert:
- Social Networking and WorldCat. Jasmine de Gaia, OCLC Global Product Manager, WorldCat Consumer Discovery, führte einige der neuen Netzwerkfunktionen vor, die inzwischen unter WorldCat.org verfügbar sind (www.worldcat.org).
- Moving the Global Council to the WebJunction Private Web site. Chrystie Hill, Director für WebJunction Community Services, gab einen Abriss zu möglichen Ansätzen für das Global Council, über die neue Community-Website WebJunction immer auf dem neuesten Informationsstand zu bleiben, zu kommunizieren und effektiv zusammenzuarbeiten (www.webjunction.org).
Nicht zuletzt nutzten die Delegierten auch die Podiumsdiskussion, die 31-jährige Erfolgsgeschichte des Members Council zu würdigen und gleichzeitig den Blick nach vorn auf die neue globale Führungsstruktur zu richten.
Über das Members Council Das Members Council setzt sich aus 71 Delegierten zusammen und unterstützt die Aufgaben und Ziele von OCLC als Diskussionsforum sowie als Verbindungsorgan zwischen den angeschlossenen Bibliotheken, den regionalen Netzwerken sowie sonstigen Partnern und der OCLC-Geschäftsführung. Das Members Council fördert und prägt die künftige Entwicklung von OCLC. Er ist zuständig für Empfehlungen und Fragen der Delegierten, für das Bestätigen von Änderungen des Regelkodex und für die Wahl von sechs Mitgliedern des Board of Trustees.
Über OCLC Das im Jahr 1967 gegründete Online Computer Library Center (OCLC) mit Sitz in Dublin, Ohio, ist ein gemeinnütziger Bibliotheks- und Recherchedienst. Mittlerweile hat die Organisation computergestützte Katalogisierungs-, Auskunfts-, Ressourcen-, eContent-, Archivierungs-, Bibliotheksverwaltungs- und Internetdienste für 71.000 Bibliotheken in 112 Ländern und Regionen bereitgestellt. Gemeinsam mit den angeschlossenen Bibliotheken hat OCLC die weltweit umfassendste Online-Ressource für die Recherche von Bibliotheksinformationen aufgebaut – WorldCat. Nähere Informationen finden Sie unter www.oclc.org.
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