Deutschland, Österreich, Schweiz

  • Deutsch

Richtlinien für Beiträge zu WorldCat

Diese Richtlinien sollen den OCLC-Mitgliedsinstitutionen bei der Auslegung und Anwendung der Dokumente „WorldCat-Kooperationsrichtlinien“ und „Rechte und Pflichten des OCLC-Verbunds bezüglich WorldCat“ des Global Council helfen. Beide Dokumente wurden auf dem Meeting des Global Council im Juni 2011 verabschiedet.

1. „Die Mitgliedsbibliotheken verpflichten sich, alle aktuellen Metadaten und Bestandsinformationen für OCLC verfügbar zu machen, die Titel in ihren Sammlungen abbilden.“

Viele Bibliotheken sind unsicher, was dies für sie bedeutet. Für die meisten Bibliotheken stellt es kein Problem dar, die Metadaten und Bestandsinformationen ihrer physischen Sammlungen vor Ort weiterzugeben. Unklar ist aber häufig, ob auch die Metadaten für andere Arten von Materialien, einschließlich elektronischer Ressourcen, unter diesen Punkt fallen. Nachstehend sind einige Beispiele aufgeführt, um besser zu verdeutlichen, ob Metadaten und Bestandsinformationen in WorldCat eingestellt werden sollten oder nicht.

Folgende Daten sollten von Mitgliedsbibliotheken an WorldCat übermittelt werden:

  • Physische Sammlungen

    Falls die Materialien Teil Ihrer dauerhaften Sammlung sind und im Katalog aufgeführt sind, sollten die Metadaten und Bestände auch in WorldCat erscheinen. Bestandsartikel müssen nicht klassifiziert sein, um für WorldCat infrage zu kommen, denn viele Bibliotheken katalogisieren bestimmte Materialien und betrachten sie als festen Bestandteil ihrer Kollektionen, selbst wenn sie ihnen nur Zugangsnummern zugeordnet haben.
  • Elektronische Ressourcen

    Metadaten und Bestände für eBooks, eJournals und andere elektronische Ressourcen (z. B. Websites) sollten in WorldCat erfasst werden. Die Verfügbarkeit von Metadaten und Beständen kann die Verlinkung mit Inhalten über Dienste wie die WorldCat Knowledge Base erleichtern. Eine derartige Aufnahme bedeutet nicht zwingend, dass diese Materialien ausgeliehen oder zum Ausfüllen von Fernleihbestellungen genutzt werden können, da viele Lizenzvereinbarungen eine solche Verwendung nicht gestatten.
  • Sondersammlungen oder lokale historische Bestände

    Sondersammlungen oder lokale Bestände werden oft nicht in WorldCat eingestellt in der Annahme, dass auf internationaler Ebene kein Interesse an ihnen bestehen dürfte. Eventuell stellen diese Materialien, die zunehmend digitalisiert werden, jedoch sogar den wichtigsten Beitrag zu WorldCat überhaupt dar. So kann beispielsweise die Verwendung des WorldCat Digital Collection Gateway die Erfassung und Pflege von Metadaten für diese digitalen Objekte, wie auch von Materialien in institutionellen Repositorys, vereinfachen.
  • Nicht ausleihbare Bibliotheksbestände

    Das Einstellen von Metadaten und Beständen in WorldCat verpflichtet Bibliotheken nicht dazu, diese Materialien zu verleihen. Der WorldCat-Eintrag dient lediglich als Nachweis, dass die betreffende Bibliothek ein Exemplar des jeweiligen Werkes besitzt. Viele Benutzer von WorldCat möchten in erster Linie wissen, ob das gewünschte Material in einer Bibliothek in ihrer Nähe zu finden ist, um es dann vor Ort auszuleihen. Das Einstellen seltener Materialien in WorldCat ist selbst dann für die wissenschaftliche Arbeit hilfreich, wenn diese von der betreffenden Bibliothek nicht zum Verleih vorgesehen sind. Akademiker nehmen meist beträchtliche Entfernungen in Kauf, um seltene Quellen vor Ort einzusehen.

Folgende Daten müssen von Mitgliedsbibliotheken nicht an WorldCat übermittelt werden:

  • Reservierte Bestände

    In Hochschulbibliotheken ist es üblich, vorübergehend Materialien in den Katalog einzustellen, die für bestimmte Lehrveranstaltungen reserviert sind. Normalerweise bestehen solche Handapparate aus Buch- oder Filmexemplaren aus dem Privatbesitz des Dozenten, der diese für den Gebrauch seiner Studenten in der Bibliothek zur Verfügung stellt. Aufgrund ihrer zeitlich begrenzten Verfügbarkeit lohnt sich ihr Einstellen in WorldCat nicht.
  • Geschütztes Material

    Firmenbibliotheken möchten eventuell davon absehen, Neuerwerbungen oder den Besitz bestimmter Materialien offenzulegen, da das Vorhandensein auf vertrauliche aktuelle Interessen oder die Entwicklung neuer wettbewerbsfähiger Produkte schließen lassen könnte.
  • US-Bundesdokumente

    Im Jahre 1995 kam der User Council zu dem Schluss, dass amtliche Dokumente, selbst wenn sie katalogisiert und klassifiziert sind, zurecht von der Anforderung ausgenommen sind, sämtliche aktuellen, nach dem lateinischen Alphabet katalogisierten Bestände in WorldCat einzustellen. Mitgliedsinstitutionen sind dazu aufgefordert, diese in ihre Beiträge zu WorldCat einzuschließen, um die Rechercheoptionen und die gemeinsame Sammlungsverwaltung für diese Ressourcen zu verbessern.
  • Mietbestände

    Mitgliedsbibliotheken machen sich eventuell nicht die Mühe, gemietete oder geleaste Kollektionen (z. B. McNaughton) zu katalogisieren, da diese nur vorübergehend im lokalen Katalog erscheinen. Insofern ist es gerechtfertigt, auf das Einstellen derartiger Bestände in WorldCat zu verzichten.

Auch wenn das Einstellen von Metadaten und Beständen für diese Materialien nicht vorgeschrieben ist, werden die Mitgliedsinstitutionen ermutigt, entsprechende Daten, wenn es die Umstände und Ressourcen zulassen, in WorldCat zu erfassen, um den Gesamtbestand der Institutionen besser wiederzugeben. Die effektive Nutzung bestimmter OCLC-Dienste und -Produkte kann ihre Aufnahme erfordern.

2. „Die Mitglieder verpflichten sich, bibliografische Einträge und zugehörige Daten in Übereinstimmung mit den von OCLC und seinen Beratungsgremien festgelegten Richtlinien zu erstellen.“

WorldCat ist zu einem internationalen Onlinekatalog geworden, durch den OCLC-Mitglieder gemeinsam Ressourcen nutzen, Kosten reduzieren und ihre Sichtbarkeit und ihren Einfluss in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen steigern können. WorldCat-Einträge müssen einer Vielzahl von Zwecken genügen, von der Auswahl bis zur Recherche, und für unterschiedliche Zielgruppen angemessen sein, von erfahrenen Informationssuchenden und Bibliotheksmitarbeitern bis zu normalen Benutzern des Internets. OCLC ist sich bewusst, dass nicht alle Mitgliedsbibliotheken dieselben Katalogisierungsstandards und -richtlinien verwenden. Benutzer, die sich bei der Onlinekatalogisierung an anglo-amerikanischen Katalogisierungsstandards orientieren, sollten sich beim Erstellen und der Pflege von Datensätzen an den Leitfaden "Bibliographic Formats and Standards", 4th Edition, halten. Mitgliedsinstitutionen, die anderen Katalogisierungsstandards folgen, sollten Katalogisierungsregeln, Terminologien, Klassifizierungsschemata und Katalogisierungssprache in den bei WorldCat eingestellten Datensätzen vermerken. Diese Mitgliedsinstitutionen sollten außerdem mit den in Bibliographic Formats and Standards, 4th Edition, Kapitel 1 bis 5 dargelegten allgemeinen Informationen zu WorldCat vertraut sein. Katalogisierungen in minimaler und abgekürzter Form sowie andere Richtlinien zur nicht vollständigen Katalogisierung sind akzeptierte Standards und stellen eine Option für verkürzte Datensätze dar.

Am 16. Juni 2011 vom OCLC Global Council angenommen.

Wir sind eine weltweite Bibliotheksorganisation, die 1967 von Mitgliedern gegründet wurde und von ihnen verwaltet wird. Diese Gemeinschaft setzt sich im öffentlichen Interesse für den breiteren Zugang zum weltweiten Wissen und die Senkung der damit verbundenen Kosten ein.