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Druckbestandsmanagement

Als Reaktion auf die breite Verfügbarkeit digitaler Ressourcen sowie auf räumliche Engpässe in Universitätsbibliotheken, werden immer mehr Anstrengungen unternommen, Druckbestände mehrerer Bibliotheken zu konsolidieren und zu bewahren. OCLC unterstützt aktiv Druckbestands-Aktivitäten und die Druckarchiv-Metadatenrichtlinien, um Mitgliedern und Gruppen bei diesen Herausforderungen zu helfen. Bibliotheken und Gruppen, die ihre Bestandssammlungen in WorldCat registrieren und den Zugriff auf die Sammlungen über die gemeinsame Ressourcennutzung mit WorldShare ermöglichen wollen, können sich mit der OCLC-Kontaktperson für die Druckbestands-Community, Bill Carney in Verbindung setzen. Weitere Informationen zu diesem Prozess finden Sie in unseren FAQ.

Wissenschaftliche und Forschungsbibliotheken sind gegenwärtig damit beschäftigt, Programme zu planen und zu implementieren, um die Verantwortung und die Kosten der Erhaltung der Drucksammlungen zu teilen. Diese Veränderung wird durch mehrere Faktoren begünstigt:

  • Da elektronische Formate in der wissenschaftlichen Community gegenüber gedruckten Veröffentlichungen immer mehr an Bedeutung gewinnen, wird wenig genutzten historischen Druckbeständen immer weniger Wert zugeschrieben.
  • Unterricht, Lernen und kooperatives Arbeiten beanspruchen Räumlichkeiten, die für Büchermagazine nicht mehr zur Verfügung stehen.
  • Die Anzahl von Institutionen, die sowohl über den Auftrag als auch die Kapazität zu langfristigem Sammlung von Druckbeständen verfügen, wird immer kleiner.
  • Während der Nutzen lokale Drucksammlungen weiter schwindet, versuchen Bibliotheken, ihre Druckbestände extern in gemeinsamen Lagern unterzubringen.

Weltweit laufen mehrere groß angelegte Druckbestandsprogramme. Zu diesen gehören die UK Research Reserve (UKRR), der Western Regional Storage Trust (WEST), das Committee on Institutional Cooperation Shared Print Repository (CIC-SPR), das Association of Southeastern Research Libraries (ASERL) Journal Retention Program und zahlreiche weitere von Bibliotheksverbünden auf regionaler und lokaler Ebene getragene Initiativen.

Diese neu entstehende Umgebung erfordert für archivierte und gemeinsam genutzte Materialien die breite Verteilung von Daten auf Exemplarebene, um folgende Punkte zu unterstützen:

  • Beurteilung des Aufbewahrungsrisikos: Wie viele Kopien existieren im System? Wie ist ihr Zustand? Unterliegen sie Archivierungs- bzw. Persistenzvereinbarungen?
  • Sammlungsmanagement: Welche Exemplare in der lokalen Sammlung sollen aufbewahrt werden? Wie lässt sich der Raumgewinn maximieren? Wie lässt sich der Bestand optimieren?
  • Gemeinsame Ressourcennutzung: Welche erhaltenen Exemplare sind zugänglich, über welche Mittel, unter welchen Bedingungen und für wen?

Seit Ende 2010 haben Aktivisten der Druckarchivierungs-Community mit der Untersuchung von Methoden begonnen, mittels derer OCLC Bibliotheken bei ihren gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen im Zusammenhang mit dem Druckbestandsmanagement unterstützen kann. Wegen seiner globalen Reichweite und der Integration mit dem Arbeitsablauf der meisten an Druckbestandsprogrammen teilnehmenden Bibliotheken wird OCLC WorldCat als logische Basis für die erforderliche bibliografische Infrastruktur wahrgenommen. WorldCat und weitere Dienste von OCLC bilden einen entscheidenden Bestandteil der bibliografischen Infrastruktur, die regionale Druckbestandsinitiativen unterstützen und verbinden wird.

Leitlinien für Druckbestands-Metadaten

Zwischen 2010 und Anfang 2012 führte ein community-basierter Ausschuss ein Pilotprojekt durch, um Empfehlungen dafür zu entwickeln und zu testen, wie Bibliotheken WorldCat nutzen können, um beigesteuerte Inhalte in Druckbestandsarchiven zu registrieren.

Die empfohlene Vorgehensweise beinhaltet drei Schlüsselelemente:

  • Definieren separater OCLC-Institutionssymbole zur Identifizierung archivierter Drucktitel in Einrichtungen und Vollservice-Bibliotheken
  • Eingeben von Druckarchivdaten auf Bestandsebene in MARC Holdings-Datensätze (lokale OCLC-Bestandsdatensätze, LHRs)
  • Verwenden der Erhaltungsmaßnahmen-Notiz von Feld 583 zur Beschreibung der Besonderheiten der Druckarchivaktionen für alle Bestandssätze

Weitere Informationen finden Sie unter:

  • Detaillierte Leitlinien für Metadaten
  • Implementierungsschritte
  • Häufig gestellte Fragen

Bitte beachten Sie, dass diese Leitlinien für Zeitschriftenbestände entwickelt und getestet wurden. Obwohl die Datenstrukturen theoretisch auch für Monographien nutzbar wären, kann es im Zusammenhang mit der Verwendung von LHRs für Monographien nicht getestete Unterschiede bei den Funktionen geben.

Bibliotheken, die an gemeinsamen Druckvereinbarungen teilnehmen, werden ermutigt, die erhaltenen Print-Zeitschriftenbestände so bald wie möglich nach dieser Methode in WorldCat bekanntzugeben.

OCLC-Unterstützung für Druckbestandsprogramme

OCLC hat Bill Carney zur Kontaktperson für die Druckbestands-Community und als Anlaufstelle für Bibliotheken und Verbünde ernannt, die Verfahren zum Melden von Druckbeständen an WorldCat entwickeln wollen. Als Hauptansprechpartner wird Bill Carney die erforderlichen Schritte zum Definieren neuer Symbole und zum Laden von LHRs in die Wege leiten.

OCLC erfasst in Zusammenarbeit mit der Bibliotheks-Community zusätzliche Anforderungen an die kooperative Verwaltung von Drucksammlungen, darunter die relevanten Business Intelligence-Dienste.

Weiterhin werden wir unser etabliertes Forschungsprogramm zu Druckbestandssammlungen fortsetzen. Hierbei werden wir weiterhin die Entwicklung der Betriebsabläufe von Bibliotheken untersuchen, die mit dem gegenwärtigen Paradigmenwechsel von Druckbeständen in örtlichem Besitz zu gemeinsam verwalteten Druck- und Digitalsammlungen verbunden ist.

Bei weiteren Fragen zum Druckbestandsmanagementprojekt wenden Sie sich bitte per E-Mail an sharedprint@oclc.org.

Wir sind eine weltweite Bibliotheksorganisation, die 1967 von Mitgliedern gegründet wurde und von ihnen verwaltet wird. Diese Gemeinschaft setzt sich im öffentlichen Interesse für den breiteren Zugang zum weltweiten Wissen und die Senkung der damit verbundenen Kosten ein.