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20 Jahre CBS-Einsatz im GBV

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Reiner Diedrichs, Direktor der Verbundentrale des GBV

Am 4. Januar 2013 konnte der Gemeinsame Bibliotheksverbund der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (GBV) ein denkwürdiges Jubiläum feiern: 20 Jahre Katalogisierung mit dem Pica-CBS (Central Bibliographic System).

Festgelegt wurde der Freigabetermin bereits am 10. Oktober 1991 anlässlich der Unterzeichnung des Vertrags „Über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bibliotheksautomation“ zwischen dem Land Niedersachsen und der Pica-Stiftung in Leiden (NL). Die Einhaltung des geplanten Termins erwies sich als gutes Omen für die erfolgreiche Entwicklung des Verbundes mit seinem Herzstück, dem Central Bibliographic System, kurz CBS, der Managementlösung für Metadaten. Die Anforderungen an das CBS sind in diesen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen.   

Begann die Katalogisierung 1993 noch mit einbändigen Monographien, stiegen Vielfalt und Umfang der zu verarbeitenden Daten rasant an. Bald kam die Einbeziehung mehrbändiger Werke, die aktive Erfassung von Aufsätzen und elektronischen Dokumenten hinzu. Inzwischen ist die Zahl der unterschiedlichen Materialarten und Objekttypen, die im CBS katalogisiert, eingespielt und nachgewiesen werden, kaum noch überschaubar.

HessischeAllgemeine5.3.1993

„Ich hab’s“, meinte die niedersächsische Kultusministerin Schuchardt, nachdem sie sich erfolgreich in Leiden (Pica Standort) angemeldet hatte. Mit ihr freuen sich Bibliotheksdirektor Prof. Mittler (rechts) und Reiner Diedrichs, Pica-Spezialist vom Bibliotheksrechenzentrum (Foto: Jelinek. Bericht aus der Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen vom 5. März 1993)

Die Anzahl der Datensätze im CBS stieg stetig auf weit über 100 Millionen an. Maßgeblich dafür war die Integration des Niedersächsischen Zeitschriftennachweises (NZN), der Titeldaten des Norddeutschen Bibliotheksverbundes nach Vereinigung mit dem Bibliotheksverbund Niedersachsen zum Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) und die Titeldaten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach ihrem Beitritt zum GBV. Auch die Integration der Zeitschriftendatenbank (ZDB), der Online Contents Datenbank (OLC), und der Nachweise, der von der DFG geförderten Nationallizenzen für elektronische Medien, für die die Verbundzentrale des GBV (VZG) der nationale Host ist, bewirkten einen erheblichen Datenzuwachs.

Mit seiner vom Regelwerk unabhängigen Internstruktur ist es als Datendrehscheibe für alle gängigen Datenformate – Pica+, Pica3, MAB, Marc21, Unimarc, u.w. – unersetzbar.

War 1993 die Online-Versorgung der lokalen Bibliothekssysteme mit Titel- und Lokaldaten ein absolutes Highlight des neuen Verbundsystems, ist dies heute für über 180 Bibliotheken mit einem Pica-Lokalsystem (LBS) eine kaum noch wahrgenommene Selbstverständlichkeit.

BiblverbundNiedersachsen-SachsenAnhalt
Aus dem Archiv: Verbundstruktur 1993

Das CBS ist mit diesen Anforderungen immer mitgewachsen. Die erste Version des CBS wurde in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf einem DEC-Rechner PDP11 in der Programmiersprache FORTRAN entwickelt. In Niedersachsen eingesetzt, wurde es in der zweiten Generation neu in PASCAL geschrieben, auf einem Tandem-Rechner. Die nächste Rundumerneuerung folgte im Jahre 2003 mit der Umstellung auf ein Unix-System der Firma Sun, wiederum vollständig neu programmiert in C. Der letzte große Wechsel erfolgte dann im September 2012 mit der Migration von Sun/Solaris auf ein Linux-System mit modernster Hardwarebasis. Der Leistungsschub war beeindruckend. Dauerte die Neuindexierung der Verbunddatenbank auf dem Tandem-Rechner noch über ein Jahr, waren die 18 Stunden auf dem Sun-Rechner schon ein beindruckender Erfolg. Die 3,5 Stunden auf dem Linux-Rechner machen heute die Neuindexierung des GVK zu einer „unwichtigen“ Nebensache.

Dies verdeutlicht, dass der Gemeinsame Bibliotheksverbund mit seinem Pica-CBS immer auf der Höhe der Zeit war und noch immer ist. Mit diesem modernen, leistungsfähigen und flexiblen CBS wird er noch eine lange erfolgreiche Zukunft vor sich haben.

Mehr Informationen zur Managementlösung für Metadaten CBS finden Sie auf der OCLC-Website.