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VIAF wird regulärer OCLC-service

Oberhaching, 11 April 2012—Das VIAF-Projekt (VIAF = Virtual International Authority File), in dem Normdateien für Namen in einer virtuellen Datei zusammengeführt werden, ist in einen regulären OCLC-Service überführt worden. OCLC wird VIAF weiterhin öffentlich zugänglich machen und plant, VIAF in unterschiedliche OCLC-Dienstleistungen zu integrieren.

Der Übergang von einem Projekt mit verteilter Verantwortung, in dem OCLC in erster Linie für den Betrieb von VIAF zuständig war, zu einem OCLC-Service geschah in Abstimmung mit den teilnehmenden Institutionen. Der Wechsel stellt sicher, dass VIAF gut aufgestellt ist, um effizient als dauerhafte gemeinsame Aktivität weitergeführt zu werden. Durch den Übergang ist auch gewährleistet, dass die Website http://viaf.org weiterhin angemessen unterstützt wird, um steigenden Nutzerzahlen gewachsen zu sein, da VIAF als Nachweis für Normdatenarbeit und Linked-Data-Aktivität zunehmend an Dynamik und Popularität gewinnt.

Die am VIAF teilnehmenden Institutionen werden durch Beteiligung am neu gebildeten VIAF Council weiterhin an der Ausrichtung des VIAF mitarbeiten; der VIAF Council wird in strategischen und operativen Fragen beraten. Gegenwärtig tragen 22 bibliografische Agenturen aus 19 Staaten Normdaten zum VIAF bei. Die beigesteuerten Daten sind nicht ausschließlich im VIAF enthalten.

Parallel zu den organisatorischen Veränderungen hat OCLC begonnen, die operative Zuständigkeit für VIAF von OCLC Research in den Produktionsbereich von OCLC zu übertragen. VIAF wird weiterhin über die Website http://viaf.org zugänglich sein.

„Die Library of Congress freut sich, Teil dieses internationalen Services zu sein“, sagt Beacher Wiggins, Director for Acquisitions and Bibliographic Access der Library of Congress. “VIAF hat sich als vertrauenswürdige Quelle für Normdaten für die bibliothekarische Welt erwiesen. Wir erwarten, dass VIAF auch für andere Interessengruppen in den kommenden Jahren zunehmend relevant wird.“

„VIAF wird in deutschen Bibliotheken häufig genutzt und die Normdatensätze sind oft integrativer Teil der Katalogisierung“, so Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek. „Die Nationalbibliothek ist OCLC dankbar, dass sie VIAF auf der Basis des neuen Übereinkommens weiterführen wird und freut sich auf eine noch engere Zusammenarbeit mit OCLC und den andern VIAF-Partnern.“

„Das Zusammenführen nationaler Normdateien für Personen und Körperschaften ermöglicht die gegenseitige Konsolidierung auf internationaler Ebene“ kommentiert Bruno Racine, President der Bibliothèque nationale de France. „VIAF erlaubt die Bereitstellung von vertrauenswürdigen Daten im Web und ist ein Beweis für den Wert der Normdatenarbeit, die so viele Jahre von Nationalbibliotheken und bibliografischen Agenturen geleistet wurde. Das neue Übereinkommen bestätigt die freie Nachnutzung der VIAF-Normdaten sowie die kommerzielle Nachnutzung der Daten unter der Lizenz ODC-By. Wir erwarten, dass der erweiterte Zugang zu VIAF die Schaffung neuer Dienste über die Bibliothekswelt hinaus wie z. B. Datamining oder Verwaltung von Urheberrechten ermöglichen wird.“

„Das VIAF-Projekt ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie der OCLC-Verbund wichtige Forschungsinstitutionen auf neue und aufregende Weise weltweit vernetzen kann“ sagt Jay Jordan, President und CEO von OCLC. „Diese gemeinsame Anstrengung wird Bibliotheken und anderen Institutionen für viele Jahre zugute kommen.“

Ein kurzer Überblick über die Organisation des VIAF:

  • Im April 1998 starteten die Library of Congress, die Deutsche Nationalbibliothek und OCLC mit einem Test zur Prüfung technischer Möglichkeiten bei der Verlinkung von Personennamensätzen aus der jeweiligen Normdatei.
  • Das VIAF Konsortium wurde am 6. August 2003 durch ein schriftliches Übereinkommen zwischen der Library of Congress, der Deutschen Nationalbibliothek und OCLC während der IFLA-Konferenz in Berlin gegründet.
  • Die Bibliothèque nationale de France trat dem Konsortium am 5. Oktober 2007 bei.
  • Die oben genannten vier Institutionen – LC, DNB, BnF und OCLC – waren die Hauptakteure im Konsortium und trugen gemeinsam die Verantwortung für VIAF. Dabei übernahm OCLC das Hosting des VIAF und stellte die Software bereit, die anderen Institutionen lieferten Normdaten und bibliografische Daten. Weitere Institutionen traten später dem Konsortium als Lieferanten von Norm- und Titeldaten bei und trugen mit ihren Fachkenntnissen zur Weiterentwicklung von VIAF bei.
  • Nachdem das Konzept des VIAF sich als erfolgreich bewies, begannen die Hauptakteure 2010, über die geeignete Organisationsform für eine längerfristige Zusammenarbeit zu diskutieren. Nach Abwägen verschiedener Möglichkeiten stimmten die Hauptakteure und die anderen Teilnehmer überein, VIAF in einen OCLC-Service zu überführen. 2011 wurden Details des Übergangs diskutiert und abgestimmt.

Weitere Informationen über VIAF unter http://www.oclc.org/de/de/viaf/.

Über OCLC

OCLC ist eine weltweit tätige, auf Mitgliedschaft basierende Non-Profit-Bibliotheksorganisation, die 1967 in Dublin im US-Bundesstaat Ohio gegründet wurde. Über 72.000 Bibliotheken in 171 Ländern und Regionen auf der ganzen Welt haben bereits die Dienste von OCLC in Anspruch genommen, um Bibliotheksmedien zu finden, zu erwerben, zu katalogisieren, auszuleihen und zu bewahren. In Gemeinschaft mit den Mitgliedsbibliotheken erstellt und pflegt OCLC WorldCat - die weltweit umfassendste bibliografische Datenbank mit über 1,8 Milliarden Bibliotheksbestandsnachweisen. Durchsuchen Sie WorldCat im Internet unter: www.worldcat.org.

OCLC, WorldCat und WorldCat.org sind Marken oder Dienstleistungsmarken von OCLC Online Computer Library Center, Inc. Produkt-, Service- und Unternehmensnamen von Drittanbietern sind Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.

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  • Bob Murphy

    Bob Murphy

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