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Plenary Sessions


Montag, 24. Februar

Plenary Session 1: Arbeiten als Gemeinschaft – Herausforderungen für die weltweite Bibliotheksgemeinschaft

Übersicht

Was macht Kooperativen und Gemeinschaft zu guten Modellen im Hinblick auf Innovation und Kreativität? Bei dieser Sitzung erforschen wir, inwiefern die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kollektiv beantwortet werden können.


Abstract

Charles Leadbeater: The Frugal Innovator - Lösungen für das 21. Jahrhundert

Innovation ist weltweit mehr gefragt denn je, gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig. Die Industriestaaten verzeichnen schleppendes Wachstum, während bei den weniger wohlhabenden Konsumenten in den Schwellenländern die Nachfrage geradezu explodiert. Die Ressourcen werden immer knapper, vor allem Wasser und Energie, teilweise durch den Klimawandel bedingt. Charles Leadbeater ist der Ansicht, dass wir eine neue Herangehensweise an Innovation als solche brauchen, um diese Situation zu meistern. Genügsamkeit und sorgfältiges Haushalten mit Ressourcen sind angesagt. In seinem Vortrag wird Herr Leadbeater sein neues Buch The Frugal Innovator vorstellen. Er wird beleuchten, wie Innovationen im 21. Jahrhundert gestaltet sein müssen, um erfolgreiche Lösungen herbeizuführen. Diese Innovationen werden schlank, einfach, sozial und sauber sein, jede Möglichkeit zur Wiederverwendung und -verwertung von Ressourcen nutzen, auf die Anpassung bewährter Technologien setzen und gemeinsam erbrachte und genutzte Lösungen bereitstellen. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und der Notwendigkeit genügsamer Innovation wird es um die Zukunft der Bibliotheken und der gemeinsamen Nutzung von Wissen gehen. Charles Leadbeater vertritt die These, dass viele der Prinzipien, für die Bibliotheken stehen – Einfachheit, Offenheit und die gemeinsame (Wieder-)Verwendung von Materialien – in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden.


Abstract

Skip Prichard: Innovation als Herausforderung – begegnen wir ihr gemeinsam

Seit ihrer Gründung vor über 40 Jahren hat sich die OCLC-Gemeinschaft als Musterbeispiel für genügsame Innovation erwiesen. Durch Zusammenarbeit haben Bibliothekare kostengünstig und effizient die weltweit größte Datenbank unseres Kulturerbes aufgebaut. OCLC hat eine eindrucksvolle Geschichte. Doch wie sieht es mit der Zukunft aus? Skip Prichard wird OCLC aus der Perspektive der Argumentation von Charles Leadbeater betrachten. Was können wir als Bibliotheksgemeinschaft noch gemeinsam tun, um unsere Dienstleistungen zu verbessern? Welche Rolle spielt OCLC darin, immer effizientere Lösungen zu schaffen, damit Information für alle weltweit jederzeit immer besser verfügbar ist? Wie können wir angesichts der Komplexität unserer Arbeitsumgebungen kooperieren, um schlanke, einfache und soziale Mittel zu schaffen und anzuwenden, die wiederum unseren Benutzern erfolgreiches Arbeiten ermöglichen? Skip Prichard ist überzeugt, dass die Bibliotheksgemeinschaft bereit und hochmotiviert ist, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Plenary Session 2: Blick auf Südafrikas Bibliotheken

Übersicht

Unter Mitwirkung von Ellen Tise, Universität Stellenbosch

Der EMEA Regional Council rief südafrikanische Bibliotheken zur Einsendung ihrer Vorschläge für einen Blitzvortrag zum Thema: "Wenn du schnell gehen willst, gehe allein. – Wenn du weit gehen willst, gehe gemeinsam." auf. Wir wollten von Projekten oder Programmen der südafrikanischen Bibliotheksgemeinschaft hören, denen das Konzept innewohnt, dass wir durch gemeinsames Handeln mehr erreichen können als jede Institution für sich im Alleingang. Bei dieser Sitzung werden Ihnen die besten Beispiele für Zusammenarbeit in der Region vorgestellt. Anschließend stimmt das Publikum über den besten Vortrag ab, der mit einem Preis prämiert wird.

Abstract

John Tsebe: Titel folgt

 

Dienstag, 25. Februar

Plenary Session 3: Library Community in Action 

Übersicht

Bei unserer letzten Session der Konferenz werden wir zwei aus dem Leben gegriffene, wenn auch höchst unterschiedliche Beispiele für das Handeln der Bibliotheksgemeinschaft kennenlernen. Im ersten Teil der Session wird es um Innovation gehen, darum, wie wir durch Zusammenarbeit als Gemeinschaft sicherstellen können, dass wir und unsere wertvollen Bestände für unsere Benutzer im Internet weiterhin auffindbar bleiben. Im zweiten Teil der Sitzung geht es um den Schutz und Erhalt unseres Kulturerbes. Wir werden hören, was Bibliothekare aus Mali, wo es zu Unruhen kam, gemeinsam unternahmen, um eine riesige, kostbare Sammlung von Handschriften vor der Zerstörung zu bewahren.


Abstracts

Richard Wallis und Ted Fons: Gebündelte Kraft und die Macht gemeinsamer Datennutzung

Durch das Internet ist Information überall, ständig und sofort abrufbar geworden. Bibliotheksbenutzer erwarten daher, Materialien online aufzufinden. Um eine stärkere Präsenz im Internet zu erzielen, müssen die Bibliotheken ihre Daten bündeln. Es reicht nicht, wenn die Bestände mittels eines Online-Katalogs zugänglich sind, sondern das ganze Web muss von Bibliotheksdaten durchzogen werden. Bei diesem Vortrag werden wir erfahren, warum wir die aktuellsten Konzepte und Ideen nutzen müssen, um unsere gesammelten Bibliotheksdaten durch Bibliotheks-Internetdienste verwertbar zu machen. Ferner müssen wir das Modell des gemeinsamen Katalogisierens überdenken – weg von der Verwaltung von Einträgen, hin zu der Verwaltung von Einheiten, die im Web erkennbar und nutzbar sind.


Stephanie Diakité: Die Geschichte der Archive von Timbuktu

Im Laufe der vergangenen 1000 Jahre entwickelte sich ein bedeutendes schriftliches Kulturerbe Afrikas in Form einer enormen Menge historischer Manuskripte, die noch heute, oftmals unter prekären Bedingungen, im Tal des Niger und seinem wüstenhaften Hinterland aufbewahrt werden.

Im Jahr 2012 befand sich Mali in einer soziopolitischen und kulturellen Krise, deren Ergebnis die Annektierung der nördlichen Regionen Timbuktus war. Abdel Kader und Stephanie Diakité gelang es in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von SAVAMA DCI in einer geheimen Großaktion Hunderttausende von Handschriften aus Timbuktu zu retten. Viele der Mitglieder, wie Abdel Kader, sind direkte Nachfahren der alten Gelehrten von Timbuktu, deren Werk sie in ihren Familienbibliotheken erhalten.

Stephanie Diakité wird uns berichten, wie über 300.000 Handschriften inmitten schlimmer Unruhen im Süden und kriegerischer Handlungen im Norden in den Süden Malis verbracht und so in Sicherheit gebracht werden konnten.

Stephanie Diakité und Abdel Kader begründeten das Programm T160K – Timbuktu Libraries in Exile Knowledge –, um die Bewahrung der Manuskripte zu unterstützen, bis sie wieder in ihr Ursprungsland Timbuktu zurückgebracht werden können. T160K gelang es mittels Crowd-Sourcing die finanziellen Mittel für dringend nötige Restaurationsarbeiten an den evakuierten Manuskripten zusammen zu tragen, die bislang stets im trockenen Klima der Sahara aufbewahrt wurden, nun allerdings im Süden Malis erheblicher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind.

Wir sind eine weltweite Bibliotheksorganisation, die 1967 von Mitgliedern gegründet wurde und von ihnen verwaltet wird. Diese Gemeinschaft setzt sich im öffentlichen Interesse für den breiteren Zugang zum weltweiten Wissen und die Senkung der damit verbundenen Kosten ein.